Startseite/ Pro NRW-Demos: Revierstädte wollen Toleranz-Zeichen setzen
Merkliste (0)Die als „Parteitag“ deklarierte Anti-Islam-Veranstaltung der rechtsradikalen Bürgerbewegung Pro NRW in Gelsenkirchen und Pro NRW-„Mahnwachen“ im ganzen Ruhrgebiet sorgen heute und am Wochenende für Aufruhr im Revier. Doch es formieren sich zahlreiche Gegenveranstaltungen im Zeichen der Toleranz, Glaubensfreiheit und des Dialogs.
Ob in Mülheim, Gelsenkirchen, Bochum, Oberhausen, Essen, Duisburg oder Herten: Überall dort, wo Pro NRW-Kundgebungen angesagt sind, gibt es Gegenwind. Örtliche Bündnisse, an denen sich Parteien, Gewerkschaften, Sozialvervände und viele Bürger beteiligen, wollen nicht wegsehen und solidarisieren sich mit den muslimischen Bürgern. Demonstrativ friedliche Gemeindefeste rund um die Moscheen zeigen Flagge gegen rechts. Aber auch handfeste Gegendemonstrationen des linken Spektrums werden am Wochenende erwartet.
Viel Arbeit für Polizei und Ordnungsämter. Diese konnten die offiziell angemeldeten Anti-Minarett-Aktionen von Pro NRW aufgrund der Versammlungsfreiheit des Grundgesetzes natürlich nicht verbieten. Um Krawalle zu verhindern, zieht die Polizei aus Nordrhein-Westfalen und weiteren Ländern mehrere tausend Beamte zusammen.
Zweifelhafter "Höhepunkt": Sternmarsch auf Moschee in Duisburg-Marxloh
Pro NRW ging 2007 aus der Lokalpartei Pro Köln hervor und hat sich – vom Schweizer Vorbild angetrieben – das Verbot von islamischen Gebetshäusern auf die Fahnen geschrieben. Zweifelhafter Höhepunkt im Rahmenprogramm des Pro NRW-Parteitags „Internationale Konferenz zur Durchsetzung eines europaweiten Minarettverbots“ im Gelsenkirchener Schloss Horst ist ein so titulierter Sternmarsch am Sonntag auf die Merkez-Moschee in Duisburg-Marxloh. Das rechtsradikale Motto lautet „Abendland in Christenhand“. Lichtblick: Auch hier wollen sich zahlreiche Menschen und Organisationen an die Seite der muslimischen Mitbürger stellen.
-tv-
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