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Lesung in türkischer und deutscher Sprache

Asli Erdogan: Die Stadt mit der roten Pelerine

 
Freizeit und Kultur , Do. 13.03.2008, Autor: michi.prs@gmx.de
 
Am Dienstag, 1. April 2008, um 19:30 Uhr liest die türkische Autorin Asli Erdogan im Kulturraum „die flora“ (Gelsenkirchen-Zentrum, Florastraße 26) aus ihrem Buch „Die Stadt mit der roten Pelerine“. Während die Autorin aus dem türkischen Original liest, trägt Recai Hallac die deutsche Übersetzung vor. Der Eintritt beträgt 4,00 Euro, ermäßigt 3,00 Euro (Schüler/innen, Student/innen, Auszubildende und Schwerbehinderte nach Vorlage des Ausweises). Zur Lesung ist die Buchhandlung Junius mit einem Büchertisch vertreten.
Der Roman (Originaltitel „Kirmizi Pelerinli Kent“) erschien 2001 in der Türkei und führt nach Rio de Janeiro: Stadt des Karnevals, Meisterin im Spiel der Täuschungsmanöver, der Zufälle und der Maskerade. Özgür, eine introvertierte junge türkische Akademikerin, kann sich von der ebenso faszinierenden wie bedrohlichen Stadt nicht lösen, ja sie fühlt sich vielmehr angezogen von der scheinbar grenzenlosen Freiheit und der Lebensfreude. Weit entfernt hat sich die junge Frau von der traditionellen Frauenrolle, wie sie die türkische Gesellschaft vorsieht. Nicht wie eine Touristin führt sie die Leser durch die Labyrinthe dieser Großstadt, sondern wie eine Migrantin, die das zunächst Fremde als Vertrautes und Eigenes akzeptiert. Gleichzeitig ist die Stadt Impuls für ihr Schreiben und für die Schöpfung ihrer fiktiven Doppelgängerin Ö. – die beiden Erzählebenen, auf mannigfache Weise miteinander verflochten, spiegeln sich ineinander. Atemberaubend ist die nuancierte Feinzeichnung der Menschen, die in Liebe und Leid auf oftmals tödliche Weise miteinander verschmelzen.
Asli Erdogan, 1967 in Istanbul geboren, studierte Informatik und Physik an der Bosporus-Universität in Istanbul und machte dort 1993 ihren Abschluss. 1990 gewann sie den viel beachteten Yunus-Nadi-Preis. Vier Jahre später gab sie ihre Karriere als Physikerin auf und konzentrierte sich auf das Schreiben. 1996 erschien ihr erster Roman „Mucizevi Mandarin“ (Der wundervolle Mandarin), und seither lebt die Autorin als freie Schriftstellerin in Istanbul. Erdogan ist Mitglied des PEN und der türkischen Schriftstellervereinigung sowie Gründungsmitglied des Kunst- und Literaturforums von Diyarbakir, wo sie regelmäßig Workshops, Seminare und Vorlesungen abhält. In ihren Werken erkundet sie stets das Fremde, das Andere vor dem Hintergrund der türkischen Gesellschaft und der globalen Entwicklungen. In ihren Romanen versucht sie, Erfahrungen wie Leid, Einsamkeit und Gewalt etwas entgegenzusetzen.
Orhan Pamuk sagt über die Schriftstellerin: „Asli Erdogan ist eine außergewöhnlich feinfühlige und scharfsichtige Autorin, ihre Romane sind vollendete Werke.“ Über den Roman schrieb die Aftenposten Norwegen: „Türkischer Pfeffer, brasilianische Hitze. Wie Kafka mit Prag, wie Joyce mit Dublin ist Rio des Janeiro fortan mit dem Namen Asli Erdogan verbunden.“
Veranstalter ist die Stadt Gelsenkirchen / Kulturraum „die flora“ in Kooperation mit dem Integrationsbeauftragten der Stadt Gelsenkirchen, Infos und Kartenreservierung über die Telefonnummer 0209 169 – 9105. Weitere Informationen unter http://flora.gelsenkirchen.de, zu Asli Erdogan und zur Türkischen Bibliothek des Unionsverlages http://www.unionsverlag.com/info/title.asp?title_id=2439.
 

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