Startseite/ Atom-Streit sorgt für Zündstoff – auch in Revierstädten! Warum sich jetzt die Stadtwerke einmischen...
Merkliste (0)Kaum ein Thema wird in Deutschland zur Zeit hitziger debattiert als die leidige Atom-Diskussion: Kippt der Atom-Ausstieg? Werden die AKW-Laufzeiten doch wieder verlängert? Kommt die Brennelemente-Steuer? Der Machtkampf zwischen den vier großen Energiekonzernen und Bund scheint sich immer höher zu schaukeln. Was viele nicht wissen: Auch die Stadtwerke – unter anderem vieler Ruhrgebietstädte – haben ein gehöriges Interesse und machen ihrem Unmut Luft.
Das Stadtwerkebündnis Trianel – an dem unter anderem die Revier-Stadtwerke Hamm, Lünen, Hagen und Unna beteiligt sind – hat Bundeskanzlerin Merkel offiziell aufgefordert, die Laufzeiten der Atomkraftwerke nicht zu verlängern. Ein Sprecher bzeichnete dies gar als „Gift für jegliche Form von Wettbewerb im deutschen Markt“.
Stadtwerke haben ihr Interesse am Atom-Ausstieg
Hintergrund: Die derzeit diskutierte Abkehr vom Atom-Ausstieg passt den Stadtwerken und Regionalversorgern gar nicht in den Kram, hatten sie doch – steigende Renditen im Blick – zuletzt voll die Richtung erneuerbarer Energien eingeschlagen und dort schon ordentlich investiert. Fällt der Atom-Ausstieg, könnte dies alles dahin sein.
„Atomkraft – Ja bitte“-Kampagne der Energieriesen
Merkwürdige Blüten schlägt derweil eine umstrittene „Atomkraft – Ja bitte“-Lobbykampagne der vier großen Energiekonzerne RWE, EON, EnBW und Vattenfall, bei der sich über 40 prominente Persönlichkeiten und Top-Manager für den langfristigen Erhalt der Atomkraftwerke und damit kostengünstig erscheinender Kohle- und Kernenergie einsetzen.
Das Kuriose: Die schwarz-gelbe Bundesregierungskoalition selbst will ja die Verlängerung der Laufzeiten, jedoch nicht ganz so ausgedehnt wie es die Atomlobby wünscht und nur gegen Gegenleistungen: zum Einen ein gewaltiger Beitrag zur Förderung regenerativer Energien, zum Anderen die Brennelemente-Steuer.
Umweltverbände sowie SPD und Grüne wollen hingegen am vereinbarten Atom-Ausstieg 2018 festhalten.
Derzeit sind in Deutschland 17 Atomkraftwerke am Netz, die für rund ein Viertel der deutschen Stromerzeugung sorgen. Wenn diese vom Netz gehen – so die Bedenken zum Beispiel von Großunternehmen – würden die Strompreise rasant steigen und der Strombedarf könne bis dahin noch längst nicht durch erneuerbare Energien – wie Solar- oder Windkraft – gedeckt werden.
-tv-
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