Seit dem gestrigen Donnerstag ist auch der Audimax der Ruhr-Universität Bochum von Studenten besetzt. Circa 300 Studierende beschlagnahmten kurzerhand den zentralen Lehrsaal, 3000 angehende Akademiker erklärten sich solidarisch. Heute luden die Besetzer Vertreter des Rektorats, der Politik und Studenten der Universität zu einer Podiumsdiskussion ein.
Politiker der fünf großen Parteien waren geladen. Ausgerechnet die Vertreter der aktuellen Regierung blieben der Veranstaltung fern. D
ie Begründung, die Einladung wäre zu kurzfristig gewesen, scheint für SPD, LINKE und GRÜNE nicht zu gelten. Sevim Dagdelen (MdB, Die Linke), Kai Gehring (MdB, Grüne), Thomas Eiskirch (MdL, SPD) und Prof. Dr. Uta Wilkens (Prorektorin für Lehre an der RUB) stellten sich den Fragen.
Knapp 600 Studenten kamen in das Audimax. Kuriosum war, dass die Anwesenheitspflicht bei vielen Vorlesungen bestehen blieb, so dass einige Studierende nicht zu der Podiumsdiskussion erscheinen konnten. Die Anwesenden hingegen hatten klare Vorstellungen und auch Erwartungen in das Erscheinen der Politiker gesetzt.
Opposition gegen Studiengebühren
Diese erklärten sich erstmal einheitlich solidarisch, jeder hatte nicht nur Verständnis, sondern sie haben auch ähnliche Probleme am eigenen Leib erfahren. Ein Rumoren ging durch den Raum, als die drei Volksvertreter auf die konkreten Fragen der Studenten eher mit Wahlkampfpauschalen als mit direkten Antworten rüber kamen. Allerdings beantworteten sie unisono, dass, ein Gewinn der NRW-Landtagswahl vorausgesetzt, ihre Parteien die Studiengebühren abschaffen würden. Thomas Eiskirch (SPD) gab das Jahr 2012/13 als Ende der Gebühren an, Kai Gehring (Grüne) sprach, ganz politisch, von einem Studiengebührenabschaffungsgesetz. Nur Sevim Dagdelen von der Linkspartei wurde konkret und versprach, dass die Linke einen Antrag auf Abschaffung der Studiengebühren einbringen würde.
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Prorektorin Prof. Dr. Uta Wilkens hatte erwartungsgemäß den schwersten Stand, versuchte sie doch die Lage der Universität und den Sinn der Gebühren zu verteidigen. Sie bot den Studenten einen weiteren Dialog in Arbeitsgruppen an.
Die protestierenden Studenten, die ihren Unmut gegen die gefühlte Wahlveranstaltung der Politik lautstark zur Geltung brachten, werden weiter für ihre Forderungen einstehen. Die Politik ist nun gefragt. Gerade die Regierungsparteien tun sich keinen Gefallen, in dem sie den wichtigem Dialog mit den Studenten fern bleiben.
-sos-
Links zum Thema Bildungsstreik 2009:
Hoch die (inter)nationale Solidarität 17.11.2009
Hörsäle wurden geräumt 14.11.2009
Studenten wehren sich gegen Lernbedingungen 11.11.2009
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