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Kurzarbeit in NRW sinkt – Bruttolohn aber auch

Aufwärtstrend: Weniger Kurzarbeit und bessere Auftragslage

 
Wirtschaft und Politik , Ruhrgebiet , Mi. 03.03.2010, Autor: voßnacke
 

Die Wirtschaft an Rhein und Ruhr klettert langsam aber sicher aus der Talsohle der Wirtschaftskrise: Zwar hat der durchschnittliche Bruttolohn in Deutschland – nicht zuletzt aufgrund der großflächigen Kurzarbeit – erstmals seit 1949 ein Minus zu verzeichnen. Aber jetzt sinken die Anmeldungen von Kurzarbeit in vielen Branchen der NRW-Industrie immer deutlicher. Ein Licht am Ende des Krisentunnels.

© Jurec / www.pixelio.de
© Jurec / www.pixelio.de
 

Die Wirtschaftskrise macht sich in den Geldbeuteln der Deutschen bemerkbar. Neueste Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen: Die Bruttolöhne sind gesunken - zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik. Der durchschnittliche Verdienst sank im letzten Jahr um 0,4 Prozent. Im Schnitt verdienten die deutschen Arbeitnehmer damit etwas über 27.648 Euro im Jahr.

Schuld an den Einkommenseinbußen ist vor allem der im Rahmen der Wirtschaftskrise massive Abbau von Überstunden in den letzten Monaten und der Ausbau der Kurzarbeit. Zwar hat die Kurzarbeit den Arbeitsmarkt seit Beginn der Wirtschaftskrise nicht nur in NRW überraschend stabil gehalten und viele Entlassungen verhindert. Aber sie macht sich eben auch in der Lohntüte vieler Branchen bemerkbar.

Kurzarbeit wird immer mehr abgebaut

Doch es ist ein Hoffnungsschimmer am Horizont zu sehen: Immer weniger Betriebe an Rhein und Ruhr melden Kurzarbeit an. Schon Ende 2009 mussten landesweit nur noch rund 11.500 Firmen auf Kurzarbeit zurückgreifen, was bereits einem Rückgang von 1.500 gegenüber September entsprach. Die ersten Zahlen des Jahres 2010 deuten nun ganz klar auf einen weiteren Rückgang hin. Ein Trend, der als deutliches Signal einer Erholung der Industrie im Ruhrgebiet gewertet werden kann.

Mehr Aufträge für NRW-Unternehmen

Dies hängt eng zusammen mit einem starken Aufwärtstrend in der Auftragslage für Unternehmen in NRW und Revier. Laut Statistischem Bundesamt nahm die Zahl der Aufträge aus dem Aus- und Inland sogar zweistellig zu – ein Plus von fast 15 Prozent gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres.

Metall- und Elektrobranche profitiert noch nicht

Natürlich treffen die Entwicklungen noch keinesfalls auf alle Branchen im Ruhrgebiet zu. Insbesondere eine der Revier-Schlüsselindustrien hat noch zu kämpfen: In der Metall- und Elektrobranche nämlich wird noch zum großen Teil Kurzarbeit gefahren. Sie verhindert Personalabbau, insbesondere wertvolle Fachkräfte sollen so gehalten werden. Denn, wenn der Konjunktur-Aufschwung erst da ist, werden gerade diese in allen Betrieben händeringend gebraucht.

-tv-

 

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