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RUHR.2010: Helden mitten im Revier

Ausstellung in Henrichshütte Hattingen beleuchtet Helden-Mythen

 
Freizeit und Kultur / RUHR.2010 , Hattingen , Fr. 12.03.2010, Autor: voßnacke
 

Jede Epoche schreibt ihre Heldengeschichten. Mitten im Ruhrgebiet sind sie nun zusammengetragen und faszinierend aufbereitet. Die Ausstellung „Helden. Von der Sehnsucht nach dem Besonderen” in der Henrichshütte Hattingen schlägt ab heute mit ihren 850 Exponaten den Bogen von der Antike bis zur Gegenwart und von Europa bis ins Revier.

© LWL / Martin Holtappels
© LWL / Martin Holtappels
 

In der antiken Welt waren es die Sagen von Herkules, die die Menschen in ihren Bann zogen. Bis heute gilt er geradezu als Prototyp des Helden schlechthin. Seine Kämpfe gegen Löwen und Zentauren sind bildhaft auf Münzen und Gefäßen der Antike für die Ewigkeit festgehalten. Doch was macht einen Helden überhaupt aus? Was gehört dazu, im Gedächtnis der Menschen zu bleiben als derjenige, der etwas Besonderes geleistet hat?

Unendliche Facetten des Heldentums

Hierauf versucht die 1,6 Millionen Euro teure Ausstellung, die heute im Schatten des ältesten Hochofens des Reviers ihre Pforten öffnet, eine Antwort zu geben. Vor allem aber verdeutlicht sie die fast unendlichen Facetten des Heldentums im Laufe der Zeit – überraschende und auch tragische Helden vereint: kampfbereite Arbeiter finden sich hier ebenso, wie kühne Unternehmer, religiöse Vorbilder, gefeierte Sportler, engagierte Helfer und TV-Helden von heute.

Die imposante, drei Meter hohe Herkules-Statue begrüßt den Besucher direkt zu Beginn, bei den Helden des Mittelalters stößt man man unversehens auf den „Superstar“ der christlichen Welt Jesus Christus sowie Heilige und Ritter. Siegfried, der Held des sagenumwobenen Nibelungenliedes wird ebenso greifbar wie Sporthelden aller Zeiten. Max Schmeling, die „Helden von Bern“ oder der erste Olympiasieger aus dem Ruhrgebiet, der seine Goldmedaille 1906 im Tauziehen gewann, erwarten hier die Neugierigen.

Natürlich bleiben die TV- und Medienhelden nicht unberührt: Asterix, Spiderman, Superman geben sich ein Stelldichein, wie eine lebensgroße Figur von Actionheldin Lara Croft. Helden-Requisiten wie der Silberbüchse Winnetous, der Helm des „Gladiators“ und ein Laserschwert aus dem Science-Fiction-Epos „Star Wars“ unterstreichen, was zu einem Helden so dazugehört.

Auch Schattenseiten des Heldentums als Thema

Aber ebenso die tragische Seite des Heldentums bleibt nicht außen vor. So wird die Vereinnahmung des Helden-Gedankens in der Nazi-Diktatur genauso thematisert wie der ambivalente Blick auf die Kategorie "Kriegshelden".

Auch die „Helden des Reviers“ haben in der Mitte der Schau ihren Platz – Ruhrgebietsoriginale wie Adolf Tegtmeier, Tatort-Kommissar Horst Schimanski oder Kultschauspielerin Tana Schanzara aber auch die Arbeiter, die vor über 20 Jahren vergeblich versuchten, die Schließung der Henrichshütte, eben jenen Ort der Ausstellung, vor der Schließung zu bewahren.

Ausstellung bis zum 31. Oktober

All diese Helden werden in der Ausstellung auf 1200 qm und ganz verschiedene, multimediale Weise illustriert und inszeniert. Helden zum Anfassen für die Besucher gibt es noch bis zum 31. Oktober. Fraglos ein weiteres Highlight und eine Bereicherung im Kulturhauptstadtjahr.

-tv-

 

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