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Das Ruhrgebiet bekommt 2011 eine neue Philharmonie in Bochum

Bochum baut neue Philharmonie für das Ruhrgebiet

 
Bochum , Mi. 29.12.2010, Autor: Ernst
 

Das Ruhrgebiet bekommt ein weiteres großes Konzerthaus. Dies auch nicht etwa weitab vom Getümmel, sondern mitten drin in Bochum. Nach drei Jahren des Spendensammelns will man das 33 Millionen schwere Projekt endlich beginnen. Doch gibt es nicht nur positive Gefühle zum Bau einer neuen Bühne für die Bochumer Symphoniker.

 

Das Jahr 2010 und damit der Titel der Kulturhauptstadt RUHR.2010 geht dahin und zurück bleibt der Gedanke vom Wandel durch Kultur und dem Zusammenwachsen des Ruhrgebiets zu einer Metropole. Doch scheinbar sieht die Stadt Bochum das anders. Denn obwohl die Kommune mit einer hohen Verschuldung zu kämpfen hat, bringt sie das Geld auf, ein weiteres Konzerthaus mitten ins Ruhrgebiet zu stellen und kocht damit ihr eigenes Süppchen.

Wandel durch Kultur?

Freilich entspräche das dem Vorsatz des viel zitierten Karl Ernst Osthaus, welcher schon zu Beginn des letzten Jahrhunderts die Gesellschaft im Ruhrgebiet durch kulturelle Verbesserungen zu verändern gedachte, doch auch dieser Herr hatte dabei sicher an mehr Vielfalt gedacht und sich kaum vier Philharmonien in einem Ballungszentrum vorgestellt. Denn auch wenn es das Ruhrgebiet zu einem Kultur-Hot-Spot brächte, ist der Adressatenkreis von Philharmonien doch immernoch zu klein, um vier Konzerthäuser mit jeweils eigenem Symphonie-Orchester zu füllen.

Es gibt aber auch Gründe, die dafür sprechen den Bau des neuen Konzerthauses zu begrüßen. Zum einen gibt es die Bochumer Symphoniker seit mehr als 90 Jahren und das zurecht und zum anderen spielen diese derzeit hauptsächlich im Audimax der Bochumer Universität, welches nicht der angemessenste Rahmen sein dürfte.

Die Finanzierung steht

Finanziert wird das Projekt zu fast 50 Prozent aus privaten Spenden. Sogar Bochums Sohn Herbert Grönemeyer gab seinen Teil dazu. Weitere 7 Millionen Euro fließen aus EU- und Landeskassen. Demnach steht zwar die Finanzierung für den Bau des Hauses, was aber wenn es wie die meisten anderen Kultur-Einrichtungen, von denen es im Ruhrgebiet gleich mehrere gibt, Tag ein, Tag aus mit dem Überleben kämpfen muss und dazu noch anderen Konzerthäusern die Existenz erschwert?

NRW's Wirtschaftsminister sieht es positiv und betont die Stärkung Bochums als Wirtschaftsstandort. Auch Kulturministerin Ute Schäfer befürwortet das Projekt und beteuert, das Projekt hätte weniger mit den Konzerthäusern der Nachbarstädte, aber ganz viel mit der Entwicklung eines kreativen Zentrums für Bochum zu tun.

Bleibt zu hoffen, dass Bochum weiß was es da tut und nicht am Ende zur Bettensteuer, Kürzungen bei der Grünpflege und den höheren Winterdienstgebühren weitere Massnahmen ergreifen muss um neben einer leeren Haushaltskasse auch noch eine leere Philharmonie zu füllen.

 

-de-

 

 

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