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Stellendezimierung im Bochumer Opelwerk soll durch hohe Abfindungen angetrieben werden

Bochumer Opelwerk hofft auf freiwillige Kündigungen

 
Bochum , Di. 17.08.2010, Autor: Ernst
 

Seit Montag ist nun das Konzept für die Stellenstreichungen im Bochumer Opelwerk bekannt. Ziel ist es, betriebsbedingte Kündigungen so weit wie möglich zu vermeiden und Arbeitnehmern die freiwillig gehen, eine gute Abfindung zu garantieren. Auf diese Weise sollen bis zum Ende des nächsten Jahres, auf sozialverträgliche Weise die derzeit 5000 Beschäftigten auf 3200 dezimiert werden. Der Betriebsrat kritisiert das Vorgehen dennoch.

Noch im letzten Jahr hatte der US-Autobau-Riese General Motors, dessen Tochterkonzern Opel ist, kurzzeitig Insolvenz angemeldet. Opel sollte verkauft werden und die deutsche Regierung sicherte dem Traditionsunternehmen eine Unterstützung von 3,3 Milliarden Euro zu. Doch in letzter Minute nahm GM alles zurück, und wollte die Sanierung der Europäischen Opelwerke selbst übernehmen. Seit dem stehen Werksschließungen und Mitarbeiter-Dezimierungen auf dem Plan.

1800 Stellen sollen gestrichen werden

Auch das Bochumer Werk ist davon betroffen. Derzeit sind dort 5000 Mitarbeiter beschäftigt. Doch schon bis zum Ende des nächsten Jahres soll diese Zahl um 1800 Angestellte sinken. Ziel ist es, die Arbeitnehmer mit hohen Abfindungen zum selbstbestimmten Verlassen des Werkes zu motivieren. Nach Angaben des Opel Sprechers Andreas Krömer errechnet sich die jeweilige Abfindung wie folgt: Lebensalter mal Betriebszugehörigkeit mal Monatsgehalt durch 35. Jedoch wird die Betriebszugehörigkeit auf 24 Jahre und die Gesamtabfindung auf 250.000 Euro begrenzt.

Prinzipiell ist diese Rechnung durchaus human, doch Betriebsratschef Rainer Einenkel äußerte bereits seine Unzufriedenheit. „Wir hätten uns deutlich mehr gewünscht“ sagte er gegenüber den Medien und begründete seinen Ärger damit, dass der Faktor von 35 zu hoch sei. In früheren Jahren hätte dieser bei 25 gelegen. Jedoch werden während dieser Welle von Stellenstreichungen mehr finanzielle Mittel in die Weiterbildung investiert. So können die kündigenden Mitarbeiter ab September in einer sogenannten Transfergesellschaft aufgefangen werden.

RAG Bildung verwaltet Transfergesellschaft

Diese wird verwaltet durch die RAG Bildung, die bereits viele Menschen in neue Jobs gebracht hat, die unter der Stellendezimierung im Bergbau zu leiden hatten. Primär geht es darum die ehemaligen Autobauer zu qualifizieren und ihnen so neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu geben. Auch die Arbeitsagentur Bochums hat sich bereits auf dem Werksgelände einquartiert und versucht der Welle von Arbeitslosigkeit vorzubeugen, indem sie die Mitarbeiter frühzeitig über ihre Chancen und Möglichkeiten aufklärt.

Einen zusätzlichen Anreiz nicht bis zum nächsten Jahr mit der Kündigung zu warten, gibt ein Bonus, der pro Monat den der Arbeitnehmer früher kündigt, 1000 Euro beträgt. Dementsprechend können diese Boni bis zu 12.000 Euro betragen. Davon könnten unter anderem besonders junge Mitarbeiter profitieren, die noch nicht allzu lange dem Betrieb angehören.
 

-de-

 

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