Startseite/ Duisburger Kellerclub Djäzz droht das Aus wegen Sperrstunde
Merkliste (0)Kritik wird laut am Duisburger Ordnungsamt. Nachdem per Gerichtsurteil beschlossen wurde, dass eine der wichtigen kulturellen Locations in Duisburg, die Kellerbar Djäzz, seine Pforten schon ab 1 Uhr zu schließen hat, droht dem Laden das Aus. Nicht nur Nutzer des Clubs sind sauer – auch Kulturschaffende der Stadt bekommen immer mehr Angst um die kulturelle Anziehungskraft Duisburgs.
Sieben Jahre war das Djäzz ein attraktives Ziel für ein breites Publikum nicht nur aus Duisburg, sondern aus dem gesamten Ruhrgebiet. Neben qualitativ hohen Jazz-Abenden konnten hier Menschen von jung bis alt Konzerte und Tanzveranstaltungen besuchen. Nun soll dem Club in Innenstadtnähe der Garaus gemacht werden, weil sich die Anwohner gestört fühlen.
Kulturschaffenden sehen Djäzz als wichtige Einrichtung
Dabei fehlt es Duisburg doch gerade an attraktiven subkulturellen Angeboten, welche auch mal Menschen aus den umliegenden Städten anlocken. Kritisch sehen ein Aus für das Djäzz auch die Akteure der Hochkultur in Duisburg. Ob Intendant der Philharmoniker, Betreiber des Filmforums oder der künstlerische Leiter des Traumzeit Festivals – sie alle finden die Existenz des Djäzz überaus wichtig für die Duisburger Kulturszene.
Seit einigen Monaten gibt es Streit mit dem Ordnungsamt, weil Nachbarn des Kellerclubs sich offenbar zu häufig beschwerten. Laut dem Ordnungsamt ist es nicht die Musik, welche die Anwohner stört, sondern die viel zu lauten Gäste, die mitten in der Nacht das Djäzz verlassen.
Nach einem langen Hin und Her fällte am Montag das Verwaltungsgericht Düsseldorf ein Urteil, das besagt, das Djäzz müsse bei jeder Veranstaltung um 1 Uhr nachts schließen. Für den Betreiber bedeutet diese Sperrzeit aber nicht nur weniger Einnahmen, sondern auch, dass Veranstalter sich zukünftig andere Locations suchen werden. Ergo: das Djäzz ist am Ende.
Diskussionen um eine Zukunft
Nun diskutieren Nutzer des Djäzz – ob Gäste oder Musiker, Kulturschaffende der Stadt und auch Politiker –, wie das Djäzz zu retten sei. Noch im Dezember machte Kulturdezernent Karl Janssen seine Loylität zum Djäzz bekannt, indem er versprach, sich für den Club einzusetzen. Nach letzten Informationen will dieser nun nach einer neuen Immobilie suchen, in welcher der Betrieb des Djäzz weiterhin laufen könnte.
Trauriger Weise lässt der Rest der Stadt mit Hilfe auf sich warten. Jedoch sollte doch gerade diese dankbar dafür sein, dass eine Kultureinrichtung, die sich obendrein ohne Zuschüsse selbst finanziert, ein wenig mehr Leben in die ohnehin schon stark imagegeschädigte Stadt bringt.
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