Es wurde mit Spannung erwartet und von einem riesigen Medienaufgebot begleitet. „Das Wunder von Essen“, wie Museumsdirektor Dr. Hartwig Fischer den frisch fertiggestellten Neubau des Museum Folkwang bei der heutigen Pressekonferenz voller Stolz bezeichnete. Was heute der Presse vorgestellt wurde, wird am 30. Januar 2010 den Essener Bürgern präsentiert. Schließlich sind sie es, denen der Neubau des Museums von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung gewidmet wurde.
Auch aus einiger Entfernung vom Pressepodium sieht man noch das Glänzen in den Augen von Museumsdirektor Dr. Hartwig Fischer, als er von den Ereignissen rund um den Museumsneubau im August des Jahres 2006 erzählt. Am 24. August 2006, so Fischer, begann für ihn ganz persönlich „Das Wunder von Bern“. Er erhielt einen Anruf von Prof. Dr. h.c. mult. Berthold Beitz, Kuratoriums-Vorsitzender der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, der ihm mitteilte, dass es für ihn von Interesse sein könnte, wenn er sich in den Büroräumen von Berthold Beitz einfinden würde.
Hier erhielt der frischgebackene Museumsdirektor die Nachricht, die für Beitz selber die Erfüllung eines Traumes bedeuten sollte: Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung verkündete, dass sie die Finanzierung des geplanten Neubaus des Folkwang Museum als alleiniger Förderer übernehmen würde. Eine Anekdote, die wohl in die Annalen des Folkwang Museums eingehen wird. Für die Krupp-Stiftung das größte Einzelprojekt in ihrer Geschichte.
Das zum Thema Vergangenheit. Bei der heutigen Pressekonferenz ging es um Gegenwart und Zukunft des Neubaus. Die Anwesenden Dr. Hartwig Fischer; Reinhard Paß, Oberbürgermeister der Stadt Essen; Klaus Wolff, Projektentwickler und Geschäftsführer der NMFE GmbH und last but not least der britische Stararchitekt David Chipperfield standen der Presse dabei Rede und Antwort. Während die brisante Debatte um die finanzielle Belastung für die Kommune Essen hinsichtlich der Folgekosten für das Museum eher ins Hintertreffen geriet, rückte die architektonische Realisierung des Neubaus in nur zwei Jahren in den Mittelpunkt der Diskussionen. „Das Museum Folkwang ist ein Aushängeschild für unsere Stadt, nicht nur auf Zeit, sondern auf Dauer“, unterstrich Oberbürgermeister Reinhard Paß die Bedeutung der Gesamtkonzeption des Folkwang Museum für die Stadt Essen.
Besondere Sorgfalt wurde im Neubau auf die Wirkung des natürlichen Lichts gelegt. Auch in den Ausstellungsräumen fällt das Licht über sorgsam geplante Lichtdecken und Seitenfenster ein und bringt die Werke zur Geltung. „Vom Eingang aus kann man jeden Teil des Museums überblicken“, so David Chipperfield über sein architektonisches Werk. „Hier ist alles sichtbar“, bekräftigt der britische Stararchitekt. Dass der Bau eines Museums mit klar begrenztem Budget und zwei Jahren Bauzeit letztendlich auf den Punkt realisiert werden konnte, ist heute besonders für Projektentwickler Klaus Wolff ein sichtlich bewegender Moment.
Wie bewegt die Essener Bürgerinnen und Bürger vom Neubau Museum Folkwang sein werden, wird sich ab dem 30. Januar 2010 zeigen. Das Museum präsentiert dann auf insgesamt 7.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche, den Altbau eingerechnet, Kunstwerke des 20. und 21. Jahrhunderts. Im denkmalgeschützten Altbau des Museum Folkwang wird ab Frühjahr 2010 wieder die Sammlung des 19. Jahrhunderts und der klassischen Moderne präsentiert.
- gala -
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