Startseite/ Zapfenstreich! Bundeswehr beruft zum letzten Mal junge Wehrdienstpflichtige ein
Merkliste (0)Zapfenstreich für den Wehrdienst! Dieser Tage treten vor dem Aussetzen der Wehrpflicht die letzten jungen Männer ihren Pflicht-Dienst an der Waffe an. Damit geht eine über 50-jährige Ära in Deutschland zu Ende – und die umfassendste Strukturreform der Bundeswehr zieht am Horizont herauf.
Die Einen ärgern sich, dass es sie gerade noch „erwischt“, die Anderen freuen sich darauf, die Letzten zu sein, die vor dem historischen Einschnitt ihren Grundwehrdienst antreten. Für deutschlandweit noch 12.000 junge Menschen – davon aus NRW rund 2500 – heißt es in den kommenden sechs Monaten noch einmal: Antreten zum Appell!
Schon zum nächsten Einberufungstermin Anfang März will die Bundeswehr dann ausschließlich Freiwillige „ziehen“.
Auf dem Weg zu einer (verkleinerten) Berufsarmee...
Das ist letzten Endes das Ergebnis der (Spar-) Pläne von Bundesverteidigungsminister Theodor zu Guttenberg, die mit dem neuen Jahr nun Wirklichkeit werden. Neben der Wehrpflicht steht auch die Verkleinerung der Truppe auf nur noch rund 170.000 Berufs- und Zeitsoldaten ganz oben auf Guttenbergs Agenda. Zusammen kommt dies dem radikalsten Umbau der Bundeswehr seit ihrer Gründung gleich.
Faktisch bleibt die Wehrpflicht im Grundgesetz zwar bestehen und kann theoretisch und im Verteidigungsfall wieder in Kraft treten – doch daran denkt derzeit niemand.
Die große Unbekannte: „Bundesfreiwilligendienst“
An Stelle der Wehrpflicht – mit der auch der Zivildienst wegfällt soll der 12-monatige „Bundesfreiwilligendienst“ kommen. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder schwebt ein attraktives Modell vor, dass sowohl Männer und Frauen als auch alle Generationen anspricht. Junge Menschen, die Wartesemester vor dem Studium sinnvoll nutzen wollen oder ältere Menschen, die zum Beispiel mit dem Renteneintritt ein neues Engagement suchen.
Inwieweit dieser freiwillige Dienst aber angenommen wird, steht noch in den Sternen. Grund genug also für Sorgenfalten in sozialen Einrichtungen, die nicht zuletzt dank der „Zivis“ viele ihrer Angebote stemmen konnten. Caritas, Deutsches Rotes Kreuz, AWO und vielen anderen Sozialverbänden nicht nur im Ruhrgebiet dürfte das neue Jahr also heftige Kopfschmerzen bereiten, die alles andere als auf die ein oder andere Silvesterparty zurückzuführen sind.
-tv-
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