Startseite/ \Theaterholding Ruhr\" - eine neue Idee der Zusammenarbeit"""
Merkliste (0)Scheinbar hat der Metropolengeist ersten Fuß im Ruhrgebiet fassen können. Was die Kulturhauptstadt RUHR.2010 derzeit erfolgreich vormacht, wird in den Köpfen der Menschen weiter gedacht. Gerade ist eine neue Idee zur Rettung der prekären Finanzsituation der Theater im Ruhrgebiet zur Sprache gekommen: Zusammenarbeit! Mit einer „Theaterholding Ruhr“ sollen Spielstätten wie Oberhausen, Bochum oder Hagen, ebenso wie kleinere Theater gemeinsam wirtschaften, um wesentliche Einsparungen zu erzielen, ohne dabei die künstlerische Individualität zu verlieren.
Einige Kulturdezernenten der Ruhrgebietsstädte, unter ihnen Dortmunder Jörg Stündemann und Michael Townsend aus Bochum, haben sich zusammengetan, um die Vorstellung einer Kooperation der Ruhrgebietstheater nach ihrer Realisierbarkeit zu überprüfen. Angesichts der leeren Kassen in den Kommunen der Region sind alle zum Sparen angehalten - allen voran Kultureinrichtungen wie Theater. Darunter leiden diese in jeglicher Hinsicht: Ob Personalabbau, Materialeinsparungen oder Verzicht auf aktuellste technische Voraussetzungen sind die Folge. Auch wurden im Zuge der Einsparungswünsche Projekte wie eine künstlerische Zusammenlegung mehrerer Theater in Angriff genommen, die jedoch nicht nur die Vielfalt, sondern auch das Interesse der Besucher ordentlich ins Wanken gebracht hat. Möchte doch jede Stadt und jedes Theater ihr eigenes Ensemble am liebsten auf der Bühne sehen.
"Theaterholding Ruhr" - Erfolgsbeispiele gibt es bereits
Eine neue Idee, die nicht nur hochmodern ist, sondern auch einen für alle Beteiligten optimalen Kompromiss darstellen könnte, ist nun die Gründung der „Theaterholding Ruhr“. Die Zusammenarbeit der Theater soll nicht in künstlerischer Hinsicht stattfinden, sondern rein technisch bleiben. Betroffene Bereiche wären der gemeinsame Material- und Equipmenterwerb, durch den sich Vergünstigungen erhofft werden, sowie ein gemeinsamer Werbeauftritt, welcher nicht nur städteübergreifend Publikum anzieht, sondern auch eine höhere Transparenz des Angebots erreichen soll. Vorbild für dieses Projekt ist zum Beispiel die Stadt Graz, welche ihre „Theaterholding“ bereits erfolgreich ins Leben gerufen hat.
Wie eine solche Zusammenarbeit im Ruhrgebiet aussehen kann, haben zwei Programmpunkte der RUHR.2010 gezeigt. „Odyssee Europa“ und „Theater der Welt“, Projekte, in denen diverse Theater im Ruhrgebiet bespielt und innerhalb eines gemeinsamen Marketings auftraten, erwiesen sich als äußerst erfolgreich. Ebenfalls zeichnete sich das Konzept des Zusammenschlusses der „RuhrKunstMuseen“ als eine gute Idee ab, die der einer „Theaterholding Ruhr“ sehr nahe kommt. Diese Vernetzungen haben auch gezeigt, dass ein befürchteter Individualitätsverlust im künstlerischen Sinne nicht unbedingt eintreffen muss. Die Theater können, statt in Konkurrenz zueinander zu stehen, eine gegenseitige Bereicherung sein.
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