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Museum Ostwall eröffnet - Kunstliebhaber üben aber Kritik

Museum Ostwall ist eröffnet

 
Dortmund , Mo. 11.10.2010, Autor: voßnacke
 

Nach langen Hin und Her ist es nun endlich vollbracht – Das Museum Ostwall im Dortmunder U ist eröffnet. Doch geht die Freude der Eröffnungsfeier am vergangenen Freitag mit harscher Kritik einher: Zwar wurde es für Dortmund Zeit, der Baustelle rund um das ehemalige Brauerei-Gebäude einen öffentlichkeitswirksamen Raum zu geben, doch sehen Kunstliebhaber große Gefahren für die wertvollen Werke durch Baustaub und einer übereilten Klimatisierung der Räume.

„Wir können auf das Museum stolz sein“ formulierte Dortmunds Oberbürgermeister Ulrich Sierau seine Begeisterung über die Eröffnung des Museums Ostwall im Dortmunder U gegenüber den Medien einen Tag vor der großen Feier. Tatsächlich ist man in Dortmund froh, endlich den Schritt gemacht zu haben, wurden die Verantwortlichen im Vorfeld doch auf eine harte Probe gestellt, durch unzählige Verzögerungen im Umbau der alten Union Brauerei zu einen Zentrum für Kunst und Kreativität. „Mit dem Dortmunder U ist aus einer Landmarke der Stadt ein Symbol des Strukturwandels geworden“, lobt Sierau weiterhin.

Bauzäune und Staub prägen das Bild um den U-Turm

Bereits am Anfang des Jahres sollte das Wahrzeichen Dortmunds zu einem zentralen Punkt der Kulturhauptstadt RUHR.2010 werden. Zahlreiche Projekte waren geplant, wie eben der Umzug eines der wichtigsten Museen des Ruhrgebiets in neue repräsentative Räume. Doch noch immer prägen Bauzäune und Staub das Bild des U-Turms. Inmitten dieser Baustelle fanden zwar immer wieder Veranstaltungen, wie Ausstellungen des dort angesiedelten Hartware MedienKunstVereins zum Beispiel im Rahmen der ISEA2010 Ruhr statt, doch gelangte man dorthin nur durch unfertige Flure vorbei an mit Planen verhängten Stockwerken.

Auch mit der Eröffnungsfeier der beiden Etagen, die nun das Museum Ostwall beherbergen, hat sich nichts an dem Bild geändert. Und gerade dort sehen Kunstliebhaber die Gefahr für die Werke von Künstlern wie Max Beckmann, Jawlensky, Nolde, Schmidt-Rottluff, Pechstein, Kirchner, Otto Mueller oder August Macke. Staub wird aus den Fluren ins Museum getragen und welche Auswirkungen dies auf die zum Teil unersetzbaren Meisterwerke hat, wird sich erst in einigen Jahren zeigen.

Gefahr durch überstürtzte Klimatisierung

Hinzu kommt die völlig überstürzte Klimatisierung der Museumsräume. Typisch für ein solches Vorhaben ist eine Zeit von mindestens einem halben Jahr – in den Räumen des U-Turms gelang es der Stadt Dortmund innerhalb weniger Wochen. Begründung des zuständigen Dezernenten war das Zustimmung der Versicherung, nicht etwa die Meinung der eigenen Experten. Selbst die geplante Gastausstellung des Centre Pompidou wurde aus eben den Gründen der genannten Gefahrenpotenziale auf frühestens Dezember bzw. auf „wenn überhaupt“ verschoben.

Dennoch, oder gerade deshalb, lohnt sich ein Besuch in den neuen Museumsräumen. Nicht nur das Wiedersehen der Bilder der klassischen Moderne, sondern auch neue Leihgaben wie die Installation „Laterne an Betrunkene“ von Martin Kippenberger oder das studentische Projekt „Interaktives Bildarchiv“ laden zum Rundgang durch das vierte und fünfte Stockwerk des Dortmunder Us – dem Zentrum für Kunst und Kreativität.

 

-de-

 

 

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