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Berggruen wird Karstadt-Investor

Erstmal Aufatmen bei Beschäftigten und Gewerkschaften

 
Wirtschaft und Politik , Di. 08.06.2010, Autor: voßnacke
 

Der Vorhang ist gefallen – das bange Warten der Karstadt-Beschäftigten hat ein Ende: Der Gläubigerausschuss der insolventen Traditions-Warenhauskette entschied den Verkaufspoker zu Gunsten des Finanzinvestors Berggruen. Dieser will alle Häuser weiterführen und die bestehenden 25.000 Arbeitsplätze sichern.

©  www.pixelio.de
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Gestern um 19:15 Uhr war es endlich soweit. Die andauernde Hängepartie um einen neuen Eigentümer des Warenhauskonzerns nahm fast genau ein Jahr nach dem Insolvenzantrag ein Ende, die Verkaufsentscheidung war gefallen. Stundenlange Beratungen des elfköpfigen Gläubigerausschuss gingen dem Votum voraus. In letzter Minute zeichnete sich offenbar ein regelrechter Bieter-Wettlauf ab. Neben Berggruen waren das Immobilienkosnortium Highstreet, die deutsch-skandinavische Investmentfirma Triton und der russische Investor Artur Pachomow im Rennen.

Facelifting für Karstadt

Doch das beste Angebot kam vom deutsch-amerikanischen und milliardenschwerden Investor Nicolas Berggruen. Er will Karstadt erneuern und die bald 130 Jahre „alte Dame“ in eine „jüngere Dame“ verwandeln, wie er erklärte. Karstadt soll dabei als Ganzes erhalten bleiben – ebenso wie die meisten Arbeitsplätze. Ansetzen will Berggruen dafür an den immer noch zu hohen Mieten, um eine erfolgreiche Sanierung zu schaffen.

Erleichterte Mitarbeiter

Aufatmen auch bei den Beschäftigten, die sich vor der Zerschlagung des Konzerns und vor weiteren tiefen Einschnitten – wenn ein anderer Investor den Zuschlag erhalten hätte – fürchteten. Die Gewerkschaft Ver.di begrüßt ebenfalls ausdrücklich die Entscheidung für Berggruen. Sie biete dem Traditionsunternehmen eine "gute Perspektive", sagte Sprecherin Cornelia Haß.

Licht am Ende des Tunnels

Morgen soll nun der Kaufvertrag unterzeichnet werden, am Donnerstag wird dann das Amtsgericht Essen den Insolvenzplan absegnen. Damit ist Karstadt zwar noch längst nicht „über den Berg“, aber es ist nach langem wieder Licht am Ende des Tunnels zu sehen.

-tv-

 

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