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Nabel der (Kultur-) Welt
Bereits im 14. Jahrhundert zeichnete sich Essens noch in weiter Ferne liegender Status als Montanhochburg ab. Schon damals scheint es erste bergmännische Tätigkeiten in Essen gegeben zu haben. 1349 erhielt die Äbtissin das Recht zugesprochen, Bodenschätze abzubauen und nur fünf Jahre später schien dies mit Silbergewinnung tatsächlich der Fall zu sein. Auch Kohle wurde in der Ruhrstadt schon um 1370 zum ersten Mal erwähnt, das erste – natürlich vorindustrielle – Kohlebergwerk entsteht dann Mitte des 15. Jahrhunderts.
Die tatsächliche Industrialisierung Essens im 19. Jahrhundert ist eng verbunden mit dem Aufstieg der Familie Krupp, die 1811 eine Gussstahlfabrik auf Essener Terrain gründete. Essen galt lange Zeit als Krupp-Stadt und das Werksgelände des Firmenimperiums war zeitweise sogar größer als das restliche Stadtgebiet. Der enorme Bedarf an Arbeitskräften führte auch zu einem rasanten Anstieg der Bevölkerung. 1896 wird die mit 100.000 Einwohnern zur Großstadt.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts sichern zahlreiche Eingemeindungen eine enorme Gebietserweiterung und weiteren Bevölkerungszuwachs. Dabei zählten unabhängige Ortschaften plötzlich zu Essen, die sich heute als Stadtteile wiederfinden, wie Rüttenscheid, Rellinghausen, Altenessen, Karnap, Steele, Heisingen und viele mehr. Nach dem Zweiten Weltkrieg endet langsam, aber sicher die Ära der Krupps, das Unternehmen verliert an Bedeutung – genau wie die Ära des Bergbaus sich dem Ende zuneigt.
Dass Essen den Strukturwandel erfolgreich gemeistert hat, kann man nicht nur an der Vielzahl der heute ansässigen Großunternehmen ablesen. Spätestens im Jahr 2010 wird die Welt ins Revier blicken: Essen und das Ruhrgebiet sind Kulturhauptstadt Europas. Und dies zu Recht – insbesondere Essen selbst beeindruckt mit einer mehr als reichhaltigen Kulturlandschaft. Philharmonie, Aalto-Theater, Colosseum-Theater, Grillo-Theater und das Folkwang Museum sowie die Villa Hügel sind nur einige der stolzen Kulturhochburgen in der Ruhrgebietsmetropole. In dieser Aufzählung darf die 1928 errichtete und 2003 aufwändig restaurierte „Lichtburg“ nicht vergessen werden. Der historische Filmpalast ist der größte seiner Art in Deutschland und zahlreiche nationale und internationale Filme feiern hier umjubelte Premieren.
Eine Institution und ein Highlight im wahrsten Sinne des Wortes sind auch seit 1950 die Essener Lichtwochen, die in der Vorweihnachtszeit die Innenstadt spektakulär erleuchten. Immer ein thematischer Schwerpunkt – zuletzt Europa oder einzelne EU-Staaten – wird dabei ins Rampenlicht gestellt. Bekannt ist Essen nicht zuletzt durch seine Messe. Hier werden so Publikumsmagneten, wie Europas größte Jugendmesse YOU, die Equitana, welche die Weltmesse des Pferdesports darstellt, oder die „Essen Motor Show“ ausgerichtet.
(Bild: Thomas Willemsen, Zeche Zollverein)
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