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NRW-FDP: Landeschef Pinkwart tritt ab

FDP-Landesvorsitzender und Bundes-Vize Andreas Pinkwart legt alle Ämter nieder

 
Deutschland , Fr. 22.10.2010, Autor: voßnacke
 

Es war ein Paukenschlag im politischen Düsseldorf und völlig ohne Vorzeichen. Als NRW-FDP-Chef Andreas Pinkwart am Donnerstag zur Pressekonferenz lud, ahnte niemand den Grund. Einige Minuten später wusste man: Pinkwart tritt von allen politischen Ämtern zurück und wird stattdessen Rektor der privaten Handelshochschule Leipzig. Der Rückzug des ehemaligen Vize-Ministerpräsidenten: ein Einschnitt für die FDP in NRW und ein weiterer unberechenbarer Faktor im ohnehin aufgewühlten Politikbetrieb rund um Minderheitsregierung und Oppsition im Düsseldorfer Landtag.

Von der Wissenschaft in die Politik und zurück: Professor Andreas Pinkwart, der einst seinen Lehrstuhl gegen das Amt des Landesvorsitzenden der Liberalen eintauschte, kehrt der Politik den Rücken – und hinterlässt viele Fragen.

Spekulationen über die – wahren! - Gründe des Pinkwart-Rücktritts

Natürlich zuvorderst über die Gründe des überraschenden Rückzugs des Mannes, der die FDP in Nordrhein-Westfalen nach den zehrenden Möllemann-Jahren wieder in die Rergierung zurückführte. Ist es doch noch eine Spätfolge der verlorenen Landtagswahl und des Rückfalls auf die harten Oppositionsbänke? Sind es die derzeit fast ins Bodenlose fallenden Umfragewerte, die der FDP nicht einmal mehr den Sprung über die 5 %-Hürde garantieren? Oder ist es die seit der NRW-Wahl schwelende Auseinandersetzung mit NRW-Fraktionschef Gerhard Papke?

Pinkwart stand für Dialog, Widersacher Papke für Angriff

Offiziell spielt all dies keine Rolle – und doch ist es wohl von allem ein wenig. Vor allem Papke und Pinkwart sind sich alles andere als grün, stehen für eine völlig gegensätzliche Ausrichtung der NRW-FDP: Während Pinkwart nach der Wahl gar mit dem Gedanken an eine Ampel-Koalition spielte und auch im Nachhinein immer wieder andeutete in Sachfragen der „Koalition der Einladung“ der rot-grünen Minderheitsregierung folgen zu wollen, gilt Papke als „Hardliner“, der von Anfang an Fundamentalopposition betreiben wollte und jeglichem Konsens mit Ministerpräsidentin Hannelore Kraft eine Absage erteilt.

Wohin die NRW-FDP nun nach Pinkwarts Rücktritt steuert, ist ungewiss – und auch eine spannende Frage für die rot-grüne Minderheitsregierung.

Wer wird Pinkwarts Nachfolger?

Viel wird vom Nachfolger Pinkwarts abhängen: Sollte Gerhard Papke neben dem Fraktions- auch nach dem Landesvorsitz greifen, wären die Vorzeichen klar. Aber auch ein anderes politisches Schwergewicht der FDP in Deutschland könnte sich für den Chefsessel in der Düsseldorfer Landezentrale der Freidemokraten bewerben: Niemand Geringeres als Generalsekretär Christian Lindner, der aus NRW stammt.

Bis die Entscheidung fällt, wird jedoch einige Zeit vergehen. So oder so: Die FDP verliert einen ihrer profiliertesten Köpfe und muss in NRW nun einen Umbruch einleiten.


-tv-

 

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