Roter Teppich und strahlende Gewinner – die Bochumer Jahrhunderthalle war am Samstagabend Schauplatz der Verleihung des 22. Europäischen Filmpreises. Bereits im Vorfeld des Kulturhauptstadtjahres konnte sich das Ruhrgebiet so der Weltöffentlichkeit einmal mehr als Kulturmetropole präsentieren und heimste viel Lob ein.
Die Europäische Filmakademie, unter Leitung ihres Präsidenten Wim Wenders, vergab vor über 1400 Zuschauern in 15 Kategorien ihre Trophäen. Dreifacher Abräumer des Abends war dabei „Das weiße Band“ von Michael Haneke, der die Awards als „Bester Film“ mit der „Besten Regie“ sowie dem „Besten Drehbuch“ erhielt. Das Schwarz-Weiß-Drama, eine europäische Koproduktion, handelt von mysteriösen Ereignissen in einem norddeutschen Dorf am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Der Publikumspreis ging an den bereits oscar-prämierten „Slumdog Millionaire“, in dessen Fußstapfen "Das weiße Band" bei der Oscar-Verleihung 2010 tatsächlich treten könnte.
Bester Darsteller wurde Tahar Rahim, in dem weithin noch unbekannten französischen Drama „Un prophete“ und beste Schauspielerin die abwesende Kate Winslet für ihre Leistung als ehemalige KZ-Aufseherin Hannah in „Der Vorleser“. Überhaupt waren zum Leidwesen der Fans nicht nur Kate Winslet der Film-Gala ferngeblieben, sondern auch weitere namhafte internationale Stars, wie Penelope Cruz oder Charlotte Gainsbourg ("Antichrist").
Film-Gala in Industriedenkmal-Kulisse
Ein Stelldichein in vielgelobter Bochumer Industriedenkmal-Kulisse gab sich dafür die europäische und deutsche Kino-Prominenz. Die mit dem Ehrenpreis ausgezeichneten Ken Loach und Charlotte Huppert gaben sich in Bochum ebenso die Ehre wie Moritz Bleibtreu, Hannelore Elsner, Roland Emmerich, Volker Schlöndorff oder der umjubelte ehemalige Fußballstar Eric Cantona, der in Ken Roachs Film „Looking for Eric“ die Hauptrolle spielt.
Die von Anke Engelke stimmungsvoll moderierte Preisverleihung war Höhepunkt der Europäischen Filmpreistage, die dieses Jahr aufgrund des bevorstehenden Kulturhaupstadtjahres erstmals im Revier abliefen. In Kinos in Essen, Duisburg, Bochum, Oberhausen und Dortmund sowie in Köln waren die nominierten Filme vom 6. bis zum 13. Dezember zu sehen.
-tv-
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