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Zeche Hannover Bochum

Dinosaurier der Technik

 
 

Es ist das Jahr 1847, als sich der Kaufmann Julius Möller und der Gutsbesitzer Karl Richard von Hymmen aufmachen in die kleine Landgemeinde Hordel bei Bochum.

© LWL-Industriemuseum, A. Hudemann
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Es ist das Jahr 1847, als sich der Kaufmann Julius Möller und der Gutsbesitzer Karl Richard von Hymmen aufmachen in die kleine Landgemeinde Hordel bei Bochum. Zuvor hatten sie Schürferlaubnis erhalten - und tatsächlich stießen sie bei Probebohrungen auf einem Landgut in 92 Meter Tiefe auf Steinkohle. Dies war der Startschuss für eine atemberaubende Entwicklung hin zu einem der größten klassischen Steinkohlebergwerke des Ruhrgebiets: die Zeche Hannover mit ihren sechs Schächten.

1856 erwirbt die Hannoversche Bergwerksgesellschaft Hostmann & Co die Eigentumsrechte an dem Grubenfeld für ganze 900.000 Mark – und steht Pate für den Namen der Zeche, die fortan nur noch Zeche Hannover heißt. Nach anfänglichen Problemen gelingt erst 1859/60 das Abteufen und es werden zwei der charakteristischen Malakow-Türme errichtet. Die Schächte 1 und 2 waren somit geboren. Die Erfolgsgeschichte aber beginnt, als 1871 ein gewisser Alfried Krupp die bis dato noch unbedeutende Zeche kauft. Recht schnell entstehen unter seiner Regie die Schächte 3 und 4 und eine ganze Zechenkolonie.

Ende des 19. Jahrhunderts gelingt es im Zuge des technischen Fortschritts die Förderleistung in den Schächten wesentlich zu verbessern. Die erste „technische Revolution“ aber vollzieht sich, nachdem 1877 der damalige Bergwerksdirektor Friedrich Koepe zur Kohlenförderung die Treibscheibe entwickelte. Damit löst er die überkommene Seiltrommel ab – und das fortan so genannte Koepe-System avanciert zum Standard der Tiefbaubergwerke weltweit.

1899 kommt es zur Vereinigung der Zeche mit der benachbarten Zeche Hannibal, Schacht 5 wird ausgeteuft und Zeche Hannover-Hannibal steigt zur Großzeche auf. Im 20. Jahrhundert sorgt dann eine weitere technische Neuerung in den Schächten der Zeche für Furore. So setzen die Kumpel ab 1942 den sog. Kohlehobel auf Zeche Hannover ein – erstmalig im gesamten Ruhrbergbau.

Doch der steile Weg nach oben endet abrupt – der Zweite Weltkrieg verschonte die Zeche Hannover nicht: Bombardements der Allierten richten 47 Millionen Reichsmark Schaden an und es dauerte bis 1947, ehe wieder „normaler Betrieb“ herrscht. Im Boom und Wirtschaftwunder der Nachkriegsjahre steigert die Zeche Hannover ihre Förderleistung – mit z.B. über 1, 8 Millionen Tonnen im Jahre 1965 – zwar nochmals in ungeahnte Höhen. Aber der zunehmende wirtschaftliche Druck und die Reduzierung der Förderquoten macht auch der Zeche Hannover zu schaffen. 1973 dann muss die Zeche stillgelegt werden – die Bergbaukrise erfasste auch den letzten Montanstandort Bochums.

Heute sind noch der imposante Malakow-Turm und das Maschinenhaus erhalten. Sie dienen seit 1995 als Standort der LWL-Industriemuseen. Besondere Attraktion ist dabei die sog. „Zeche Knirps“, die Kinder auf eindrucksvolle Weise in die Geheimnisse der Bergbautradition einführt.

 

Kontakt

Günnigfelder Str. 251

44793 Bochum

+49(0)234 6100874

zeche-hannover@lwl.org

http://www.lwl.org/LWL/Kultur/wim/portal/S/hannover/ort/

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