Jetzt ist es offiziell. Heute hat das Adolf-Grimme-Institut in Marl die Nominierungen zum renommiertesten Fernsehpreis Deutschlands bekannt gegeben. Die begehrten Trophäen werden am 26. März 2010 zum 46. Mal im Theater der Stadt Marl verliehen.
Seit 1964 wartet die Crème de la Crème der deutschen Fernsehlandschaft mit Spannung auf die Entscheidungen, der mit Film- und Fernsehkritikern der wichtigsten deutschen Medien sowie angesehenen Wissenschaftlern besetzten Jury. Die besonderen Ehrungen des Deutschen Volkshochschul-Verbands, besser bekannt unter der ehrwürdigen Bezeichnung Adolf-Grimme-Preise, gelten als Prädikat erster Güte für die bundesdeutsche Fernseharbeit. Jetzt haben die Jurys entschieden: Zwölf TV-Produktionen und Spezialleistungen werden in diesem Jahr in den Kategorien Fiktion, Unterhaltung sowie Kultur und Information ermittelt. Insgesamt 52 Sendungen haben die Vorauswahlkommissionen für die Endjurys beim 46. Adolf-Grimme-Preis ausgewählt. Einer darf sich jetzt schon freuen: Autor und Fernsehmacher Alexander Kluge wird bei den diesjährigen Grimme-Preisen mit der Besonderen Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbands gewürdigt. Das teilte das Adolf-Grimme-Institut bei seiner Bekanntgabe der Nominierungen am heutigen Mittwoch in Marl mit.
And the winner is …
Dass der Adolf-Grimme-Preis traditionell eine Plattform für die öffentlich-rechtlichen Sender ist, dürfte hinlänglich bekannt sein. Die Privatsender und ihre Formate sind dagegen in der Regel weniger preisverdächtig. Im Bereich Fiktion zeigte sich das bei den Nominierungen sehr eindeutig. Hier gingen die Privaten in diesem Jahr fast leer aus. Für sie gab es nur zwei von insgesamt 23 Nominierungen. Die Sat.1-Ost-West-Groteske „Barfuß bis zum Hals“ schaffte es, neben dem RTL-Katastrophenspektakel „Vulkan“, das eine Spezial-Nominierung für die Effekte erhielt, auf die begehrte Liste.
Abräumen konnten dagegen die öffentlich-rechtlichen Krimiformate. Zweimal wurde der ARD-“Tatort“ nominiert ("Weil sie böse sind" aus Frankfurt, "Altlasten" aus Stuttgart), dabei ist auch die Bella-Block-Reihe des ZDF mit der Folge „Vorsehung“ sowie die Fernsehfilme „Mörder auf Amrum“ (ZDF) und „Jenseits der Mauer“ (ARD). Im Bereich Serien und Mehrteiler bleiben die öffentlich-rechtlichen Formate ebenfalls fast unter sich. Mit dabei die ZDF-Produktion „Der Seewolf“ mit Sebastian Koch, die Serie „Flemming“, „Die Wölfe“ und „Franzi“. Einzig die ProSieben Sitcom "Der kleine Mann" schaffte es auf die Nominierungsplätze.
In der Kategorie Unterhaltung konnten die Privaten erwartungsgemäß einige Nominierungen mit in die Sendeanstalten nehmen. Sechs von insgesamt 15 Nominierten haben eine gute Chance auf eine Auszeichnung. Besonders gute Chancen darf sich das Duo Anke Engelke und Bastian Pastewka ausrechnen, die für Sat.1 als Volksmusik-Paar Wolfgang und Anneliese den „Deutschen Fernsehpreis“ moderierten. Spezial-Nominierungen erhielten ebenfalls das Musik-Urgestein Markus Kavka u.a. für das Format „Number One“ (Kabel Eins) und Werner Martin Doyé sowie Andreas Wiemers als Autoren der Rubrik „Toll“ in Frontal21 (ZDF). Des Weiteren vertreten in der Unterhaltungskategorie ein „Kulturzeit Extra“ von 3sat zur Bundestagswahl. Abräumen konnte ebenso ProSieben mit der Doku „Sido geht wählen“ mit Kult-Rapper Sido.
In der Kategorie Information und Kultur setzten sich dagegen erwartungsgemäß klassische Dokumentationen mit hohem Qualitätsstandard durch. Zu den Produktionen gehört der „Der innere Krieg“ (ZDF) und „Meine Mütter“ (rbb/HR), eine bewegende Zeitreise und Spurensuche des Filmemachers Rosa von Praunheim. Ebenfalls hoch gelobt die Spiegel-TV-Dokumentation „Der letzte Sommer der DDR“ von Thomas Schaefer und „Der Kampf der Kleinen“ (RB/SR) sowie die WDR-Reihe „die story“ diesmal vertreten durch „Die Armutsindustrie“. Besonders gelobt in dieser Kategorie allerdings ist der Doku-Marathon „24h Berlin – Ein Tag im Leben“, der einen ganzen Tag in der Hauptstadt porträtiert.
Das Grimme-Institut gibt die Auszeichnungen auf einer Pressekonferenz am 10. März in Düsseldorf bei der Landesanstalt für Medien (LfM) bekannt. Die Preisverleihung findet am 26. März im Theater der Stadt Marl statt.
- pm/gala -
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