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Üben für den Ernstfall

Großübung am Kemnader Stausee

 
Freizeit und Kultur , Bochum , Di. 21.04.2009, Autor: Eva Rendl
 
Am 24. und 25. April 2009 proben der Ennepe-Ruhr-Kreis und die Stadt Bochum einen schrecklichen Ernstfall: den Ausbruch der Geflügelpest am Kemnader Stausee. Gemeinsam gegen die zum Glück nur imaginäre Seuche kämpfen werden: Amtsveterinäre und Verwaltungsmitarbeiter, die Feuerwehren aus Bochum und Witten sowie das Technische Hilfswerk (THW).


 
Insgesamt sind 40 Kräfte an der zweitägigen Übung beteiligt. Nachdem am Freitagvormittag gegen 8:30 Uhr 20 verendete Enten am Nordufer des Sees in unmittelbarer Nähe des Ölbachs „gefunden“ werden, simulieren die Tierärzte die Entnahme und den Versand von Proben aus den Kadavern und veranlassen die Suche nach weiteren betroffenen Tieren im Uferbereich. Für die Suche vom Wasser aus setzt das THW auch ein Boot ein. Parallel dazu wird das betroffene Gebiet am Nordufer des Sees abgesperrt. Alle Wege, so stellen die Organisatoren klar, werden aber dennoch zu nutzen sein. Besucher werden beim Passieren der Absperrungen lediglich auf die laufende Übung hingewiesen. So soll verhindert werden, dass sie durch die Aktivitäten der Einsatzkräfte in weißen Schutzanzügen oder Uniform unnötig verunsichert werden. Weiter sieht das Drehbuch für Freitag die Bestätigung des Verdachtes auf Geflügelpest sowie das Übergreifen der Tierseuche auf einen landwirtschaftlichen Betrieb an der nördlichen Seite des Stausees vor. Gegen Mittag soll der erste Teil der Übung beendet sein. Am Samstag verlagert sich das Geschehen vom Kemnader See auf eine Freifläche im Bereich Herbeder Straße/Ecke Ruhrdeich in Witten. Dort errichten die Einsatzkräfte zwischen 9 und 13 Uhr eine mobile Desinfektionsschleuse. Diese ist rund 18 Meter lang und 3,5 Meter breit und somit groß genug, damit im Falle eines Falles auch Lastkraftwagen und landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge beim Verlassen eines Seuchenbetriebes gereinigt werden könnten. Dies wäre nötig, um ein weiteres Ausbreiten und Verschleppen von hoch ansteckenden Tierkrankheiten wie der Geflügelpest aber auch der Schweinepest oder der Maul- und Klausenseuche zu verhindern. Wenn die Konstruktion aus Holzbalken, Sandsäcken, Teichfolie und Gerüstteilen steht und betriebsbereit ist, werden die Einsatzkräfte zwei Feuerwehrfahrzeuge mit Wasser und Hochdruckreinigern säubern. Um alle Fahrzeugteile zu erreichen, stehen sie auf vier Meter hohen Gerüsten. Zusätzliche Reinigungsarbeit leistet ein Sprühbogen, der die Fahrzeuge von allen Seiten gleichmäßig mit der Desinfektionslösung benetzt. Dritter Schauplatz der Übung ist die Hauptfeuerwache in Bochum, wo an beiden Tagen ein Logistikzentrum eingerichtet wird. Es ist die zentrale Anlaufstelle für alle Übungsteilnehmer, die dort vor dem Einsatz Schutzanzüge, Masken und Arbeitsaufträge erhalten und die nach dem Einsatz die genutzten Materialien sachgerecht entsorgen oder dekontaminieren.
pm/eRe

 

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