Irgendwie wird man den Eindruck nicht los, dass man diese Geschichte bereits kennt. Ein Déjà vu bei Albert Streit? Im Fanblock von Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Köln sollte man den Namen des einst flinken Mittelfeldspielers nicht mehr all zu laut aussprechen. Bei beiden Vereinen war er, anders als in Königsblau, Leistungsträger. Allerdings kokettierte er in sportlich eher grauen Zeiten mit einem Vereinswechsel, was bei Fans bekanntlich nicht für Jubelgesänge sorgt. Gut, in der heutigen Zeit nichts besonderes, sieht man beim rheinischen FC mal vom Zeitpunkt ab, als Streit seine Abneigung gegen einen Gang in die Zweite Liga kundgab. Noch in der Winterpause tönte dieser mit der selbstbewussten Einstellung, ein Streit gehöre nun mal nicht ins Unterhaus der Bundesliga. Der Wechsel zur Eintracht unterstrich dies, schließlich durfte er dort letztmals sein Können beweisen. Bis er sich auch hier zu Höherem berufen fühlte.
Die äußerst ambitionierten und in Europa vertretenen Schalker waren da schon eher die Kragenweite des Flügelflitzers, als die angestaubte Diva vom Main. Schade, dass der Wechsel platzte und Streit nun selbigen im Frankfurter Umfeld gefunden hatte. Ein Segen war dann der spätere Wechsel nach Gelsenkirchen. Da wunderte man sich an Rhein und Main bereits, warum sich der nicht ganz so ruhige Verein einen so „Streit“baren Profi ins Haus holte? Nach eher geringen Einsatzzeiten schrie dieser dann auch wieder nach einem Wechsel, denn ein Albert Streit gehört nicht nur nicht in die Zweite Liga, er gehört auch nicht auf die Bank. Eigentlich gehört Albert Streit ins Nationalteam. Aber dahin will er ja auch nicht mehr, seit Bundes-Jogi ihn nach zwei guten Spielen nicht einlud. Bei seinem Kurzgastspiel in Hamburg durfte er dann mal die Regionalliga testen.
Magath hat Streit nun vom lästigen Training befreit. Dadurch hat er wenigstens Zeit genug, sein horrendes Millionengehalt auszugeben, dass der Bundesligist ihm noch bis 2012 bezahlen muss. Es sei denn man findet einen Abnehmer für den Mittelfeldspieler. Aber Real Madrid hat seine Einkaufstour ja leider schon beendet.
Für die treuen Fans und eingefleischten Traditionalisten unter den Fußballanhängern, ist da ein anderes Schalker Sorgenkind ein wahrer Hoffnungsschimmer. Der dienstälteste aller Knappen geht nämlich einen vollkommen anderen Weg, als die von uns so geliebten wechselwilligen Profis. Gerald Asamoah ist zwar nicht glücklich über seine Reservistenrolle bei seinem Brötchengeber, aber er will sich einfach weiter anbieten. Und wer das dauerrennende, an einen bekannten Batterie-Hasen erinnernde, Kraftpaket kennt, glaubt ihm das auch.
-sos-
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