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Kein gutes Zeugnis für das Ruhrgebiet

Studie von Initiativkreis Ruhr legt einige Schwächen offen

 
Wirtschaft und Politik , Ruhrgebiet , Do. 03.12.2009, Autor: voßnacke
 

Versetzung akut gefährdet! Zumindest aber nachsitzen muss das Revier, geht es nach dem Ergebnis einer Studie im Auftrag des Initiativkreises Ruhr. Im Vergleich mit anderen Metropolregionen Deutschlands und Europas schneidet der Ruhrpott in mancher Hinsicht schlecht ab.

© D.Schütz/www.pixelio.de
© D.Schütz/www.pixelio.de
 

Das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) präsentierte nun die Auswertung einer bereits zum zweiten Mal durchgeführten Analyse, die den Standort Ruhrgebiet mit den 40 größten deutschen Städten sowie den 15 wirtschaftsstärksten Regionen Europas vergleicht. Auftraggeber der Studie ist der Initiativkreis Ruhr, ein Zusammenschluss von 68 Unternehmen aus der Region. Der sogenannte „Ruhr2030-Index“ gründet dabei auf Parametern aus verschiedenen Bereichen, wie Bildung und Forschung, Mobilität, Lebens- und Arbeitsumfeld sowie Kultur. Ziel ist es, einen möglichst exakten, auf Daten begründeten Eindruck vom Status der Ruhrmetropole zu erhalten.

Das Ergebnis dürfte dem Revier nur einen Monat vor Beginn des Kulturhauptstadtjahres kaum gefallen. Obwohl auf vielen Gebieten, zum Beispiel eben der Kultur, Verbesserungen zu verzeichnen sind, hat man sich auf der Index-Punkteskala insgesamt verschlechtert. Die Ruhrmetropole liegt nur noch bei 48,4 Punkten im Verleich zur ersten Studie, in der man immerhin 2,5 Punkte mehr erreichen konnte. Besonders fatal: Langfristiges Ziel, das man bis 2030 erreichen will, sind eigentlich ganze 100 Punkte, die das Top-Drittel der Metropolregionen markieren.

Problembereiche Bildung, Mobilität und Infrastruktur

Auf diesem Weg erhielt man nun also einen Rückschlag. Doch was sind die konkreten Ursachen und (Nicht-) Entwicklungen im Revier, die zu dieser Stagnation bzw. diesem Rückschritt führen? Defizite macht die Studie vor allem im Hinblick auf 'Bildung und Forschung' aus. Ein Ergebnis, das Wasser auf die Mühlen von Bildungsstreik und Studentenprotest im Revier sein wird.

Als weiterer Schwachpunkt scheint sich die vorschulische Betreuung von Kindern zu erweisen. Die Kapazitäten des Ruhrgebiets sind laut Studie hier unterdurchschnittlich. Auch die 'Mobilität' und 'Infrastruktur' im Revier lassen zu wünschen übrig. In der Kategorie 'Wirtschaft' haben die Städte an der Ruhr ebenfalls Nachholbedarf. Kein Wunder, hält man sich die Wirtschaftskrise, die Probleme bei Opel oder Thyssen-Krupp sowie den Weggang zum Beispiel von Nokia vor Augen.

Entwicklungspotenzial darf nicht verkannt werden

Doch Schwarzsehen ist im Revier nicht angesagt. Vielmehr erwachsen aus jeder Schwäche auch neue Chancen und Perspektiven. So sieht zum Beispiel der Ruhr-2010-Geschäftsführer Fritz Pleitgen, laut einer Rede in Hagen, ein eindeutiges Entwicklungspotenzial des Ruhrgebiets. Dies kann man bereits im kommenden Kulturhauptstadtjahr eindrucksvoll unter Beweis stellen.


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