Frauen als Handwerkerinnen sind nicht immer selbstverständlich gewesen. Das Freilichtmuseum Hagen zeigt jetzt in einer Ausstellung Berufs- und Ausbildungswege von Frauen im Handwerk. Anhand von über 20 Beispielen stellt die Ausstellung Frauen in Bild und Text, mit ihren Werkzeugen und an Arbeitsplätzen vor. Am 14. Juni 2009 geht es los.
Als "Pfuscherinnen" bezeichneten viele Handwerker am Anfang des 20. Jahrhunderts Frauen, die im Handwerk arbeiteten. Sie leiteten ihr Urteil aus den bis dahin üblichen verkürzten Ausbildungsgängen für Frauen in Handwerksberufen ab. Erst als Handwerkerinnen seit 1911 allmählich qualifizierte Ausbildungen durchlaufen konnten und 1922 die rechtliche Gleichstellung mit männlichen Handwerkern endgültig erreicht hatten, fanden sie Anerkennung als Gesellinnen und Meisterinnen, boten ihnen handwerkliche Berufe verschiedene Arbeitsmöglichkeiten. In Zeiten von Arbeitskräftemangel wurde besonders dafür geworben, dass Frauen einen handwerklichen Beruf aufnahmen. In den 1970er- und 1980er-Jahren wurden beispielsweise auch gezielt Frauen gesucht, die in "Männerhandwerken" eine Ausbildung beginnen wollten.
Wie sich im Handwerk Ausbildungs- und Berufswege von Frauen entwickelten, stellt die Ausstellung am Beispiel Westfalen-Lippe vor. Sie beleuchtet damit für die Region erstmals die Rolle von Frauen in Handwerksberufen: Seit wann war es Frauen überhaupt möglich, eine Lehre zu machen? Welche Handwerksberufe wählten sie? In welchen Handswerksberufen arbeiteten besonders viele Frauen? Wie fanden sie sich in sogenannten Männerhandwerken zurecht? Und wie unterstützten Ehefrauen, Töchter und andere weibliche Verwandte Handwerker bei ihrer Arbeit? Dies sind nur einige Fragen, der die Ausstellung im Hagener LWl-Freilichtmuseum an ausgewählten Beispielen nachgeht.
Foto: Anna Luise Mahret war die erste Klempner- und Installateurmeisterin in NRW (Bild: lwl).
pm/eRe
Freilichtmuseum Hagen
Mäckingerbach 1
58091 Hagen
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