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Kohlehalden im Revier als Energiespeicher der Zukunft?

RWE und RAG entdecken ehemalige Kohlehalden im Ruhrgebiet als Stromspeicher

 
Ruhrgebiet , Mi. 24.11.2010, Autor: voßnacke
 

Wenn das mal nicht Strukturwandel par excellence ist: Wo sich die Reste des Steinkohlebergbaus auftürmen, sollen bald moderne Areale zur Erzeugung und Speicherung von Wind- und Wasserenergie entstehen. Das planen zumindest die Konzernriesen RAG und RWE auf zahlreichen Abraumhalden im Ruhrgebiet.
 

Sie prägten und prägen immer noch das Landschaftsbild im Revier und sind von weithin sichtbar: Kohlehalden. Die 50 bis 150 Meter hohen Deponien „tauben Gesteins“ aus der Hoch-Zeit des Bergbaus sind inzwischen meistens grün und ganz neuen Nutzungen – ob als Aussichtspunkt oder Freizeitanlage – gewidmet. In Bottrop entstand auf einer Kohlehalde die bekannte Skihalle „Alpincenter“.

Starker Wind auf den Halden im Revier perfekt für Windkrafträder

Die übrig gebliebenen Abraumhalden wollen nun die Energiekonzerne RWE und RAG nutzen. Ihr Plan klingt ebenso tollkühn wie ideal: Da starker Wind auf den Halden herrsche, gelten sie als perfekte Areale für Windräder. Doch der dabei produzierte Strom soll nicht ausschließlich ins Netz eingespeist werden, sondern dazu dienen, Wasser vom Fuß der Halde 50 Meter hoch in ein Speicherbecken auf der Halde zu pumpen.

So kann man die Schwäche der Windenergie – laue Lüftchen oder gar Windstille! - ausgleichen. Bei Flaute oder erhöhtem Energiebedarf kann nämlich dieses Wasser über Turbinen abgelassen werden: Es rauscht in die Tiefe und erzeugt Strom. Ein Energiespeicher der besonderen Art!

„Wir brauchen dringend intelligente Konzepte, um die natürlichen Schwankungen der Windenergie auszugleichen“, erklärte der Vorsitzende der RWE- Gesellschaft Innogy, Fritz Vahrenholt – und glaubt mit den kombinierten Windkraft- und Pumpspeicherkraftwerken ein solches gefunden zu haben.

Pilotprojekt in Hamm soll 2014 starten

Eine erste Anlage dieser Art soll bis 2014 auf der Halde Sundern nahe Hamm entstehen. 60 Millionen-Euro wollen die beiden Konzerne allein dort investieren – ein Projekt mit Signalwirkung. Mindestens an vier bis acht weiteren Kohlehalden im Revier bestehen beste Voraussetzungen für gleichartige Kraftwerke der erneuerbaren Energien.

-tv-
 

 

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