Startseite/ KOMMETAR: PR-Nutzen der Loveparade-Katastrophe für Duisburger Randparteien
Merkliste (0)Kürzlich rief die rechtspopulistische Partei ProNRW in Duisburg zur Demonstration auf, durch welche die Abwahl des – so Pro NRW – Skandal OB Adolf Sauerland gefordert werden soll. Jetzt meldet sich auch das Duisburger „Netzwerk gegen Rechts“ zu einer Gegendemonstration und gerät damit in Kritik, im Zweifel gegen eine Abwahl des Bürgermeisters zu laufen. Ob das die einzige Kritik bleiben sollte ist allerdings fraglich.
ProNRW macht sich Skandal-Schlagzeilen gern einmal zu nutze, verdreht sie nach rechts und betreibt damit PR. Ein Konzept, welches der Partei tatsächlich einige Wähler einbrachte, die möglicherweise gar nicht genau wussten, was sie da überhaupt wählen. Ein nächster Schachzug ist der Aufruf zur Demonstration durch die Duisburger Innenstadt. Die Partei fordert die sofortige Abwahl des Oberbürgermeisters von Duisburg, Adolf Sauerland, weil sie in ihm dem Schuldigen für die Loveparade-Katastrophe sehen.
Damit trifft ProNRW wahrscheinlich den Nerv der überwiegenden Bevölkerung Duisburgs und der Umgebung, was verständlich ist, angesichts dessen, wie erbost viele Bürger über das Verhalten des Oberbürgermeisters sind.
Netzwerk gegen Rechts reagiert reflexartig
Nun hat das Duisburger Netzwerk gegen Rechts zu einer Gegendemonstration aufgerufen, trotz der Gefahr, am Ende als Sauerland-Sympathisanten da zu stehen. Diese Gefahr sehen vor allem potenzielle Mitdemonstranten, die sich von ProNRW in die Ecke gestellt fühlen, sich durch die Gegendemonstration, gegen eine Aufklärung der Loveparade-Katastrophe auszusprechen. Diese Möglichkeit wird von einem Sprecher des Netzwerkes gegen Rechts allerdings strikt verneint, indem er beteuert einziges Anliegen sei, ProNrw nicht unkommentiert durch Duisburg ziehen zu lassen.
Ob das der Tatsache entspricht, der reflexartige „Gegenschlag“ nicht ebenfalls motiviert ist von populistischen Gründen und eine Spielwiese für Randparteien bietet, bleibt offen. Bedenklich allerdings ist, dass das sogenannte Netzwerk gegen Rechts, ein Ableger des Initiativ e.V. des stark umstrittenen Bündnis gegen Rechts ist und solche Veranstaltungen wie der von ProNRW gern nutzt, um ihr Image einer rein antifaschistischen Organisation zu streuen.
Schon bei der letzten ProNRW Aktion in Duisburg, bei der es um die Merkez Moschee im Statdteil Marxloh ging, traten das Netzwerk gegen Rechts und der Initiativ e.V., die sich im Bezug auf die Unterstützer nahezu gleichen, gemeinsam mit dem Bündnis Marxloh auf. Unter den Mitgliedern des sich eigens für die „Verteidigung der Moschee“ gegründeten Bündnis Marxloh, befindet sich unter anderem aber auch die dem islamistischen Spektrum zugeordnete Organisation Milli Görüş.
Bleibt zu hoffen, dass Parteien wie die Grünen und die SPD, die dem Aufruf zur Gegendemonstration zu folgen ankündigten, die derzeitige politische Sommerpause noch einmal nutzen, um sich über ihre eventuellen Mitstreiter genau zu informieren.
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