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Essen, 19. März 2010
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Seit Januar erstrahlt das Museum Folkwang in neuem Glanz. Mit der ersten Sonderausstellung wandelt es ab Samstag auf den Spuren seiner eigenen Vergangenheit. Erstmals seit über 70 Jahren sind die Kunstschätze der alten Folkwang-Sammlung an einstiger Stätte wieder vereint – eine spektakuläre Wiederauferstehung des „schönsten Museums der Welt“ im Kulturhauptstadtjahr.
Das Museum Folkwang ist nicht nur Essens Vorzeigemuseum Nummer Eins und eines der renommiertesten deutschen Kunstmuseen, sondern hat bereits seit seiner Gründung im Jahr 1902 für Furore gesorgt. In den 1920er- und 1930er-Jahren widmete es sich als eines der ersten Museen in Europa der Kunst der Moderne. Avantgardistische Werke von Cezanne bis Matisse, Monet und van Gogh gaben sich hier ein Stelldichein. Ein wesentlicher Verdienst des Folkwang-Gründers Karl-Ernst Osthaus. 1932 kursierte dann erstmals das Wort des „schönsten Museums der Welt“, das ein amerikanischer Kunstexperte prägte.
Nazis zerstörten einzigartige Folkwang-Sammlung
Doch schon wenige Jahre später sollten dunkle Wolken über die einzigartige Folkwang-Sammlung heraufziehen. Die Nazis in ihrem Wahn der „entarteten Kunst“ vergingen sich 1937 brutal an der Sammlung, plünderten in einer ihrer „Säuberungsaktionen“ über 1400 Kunstschätze aus dem Museum und verscherbelten sie wahllos in alle Welt. Nur einige wenige Bilder konnten nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zurückgeworben werden – die allermeisten blieben verschollen, zerstreut oder lagen fortan im Besitz privater Sammler und ausländischer Museen.
Jetzt: Erstmals Rekonstruktion der Ausstellung von einst
Jetzt ist es gelungen, eine Vielzahl der Schmuckstücke von einst wieder im Museum Folkwang zu versammeln. Zumindest für die kommenden vier Monate, denn solange wird diese aufsehenerregende Ausstellung „Das schönste Museum der Welt“ ein Highlight im Kulturhauptstadtjahr bilden. Eine Wiedervereinigung von rund 350 Meisterwerken, die es in der Form wohl nie mehr wieder geben wird.
26 Bilder konnte Museumsdirektor Hartwig Fischer mit finanzieller Unterstützung von EON Ruhrgas wieder nach Essen holen. Hinzu kommen zahlreiche Leihgaben. Spektakuläre Werke wie Franz Marcs „Die roten Pferde“ (siehe Foto), Wassily Kandinskys „Improvisation 28“ oder Mark Chagalls „Purim“ stellen einige der Prunkstücke der Zeitreise in die 1920er- und 1930er-Jahre dar.
Publikumsmagnet garantiert
Es lässt sich bereits erahnen, dass diese Sonderausstellung zum Publikumsmagneten avanciert: Bereits 2500 Gruppen haben sich – nach Angaben des Museums – allein zur Führung angemeldet.
Folkwang blickt in Vergangenheit und Zukunft
Die berühmte Folkwang-Sammlung von damals in den imposanten neuen Räumlichkeiten des Folkwang-Museums – fraglos eine Bereicherung für RUHR.2010. „Ein Traum geht in Erfüllung, der es uns erlaubt, auf die große Vergangenheit von Folkwang zu blicken und gleichzeitig neue Perspektiven für die Zukunft des Museums zu entwickeln“, bilanziert Direktor Hartwig Fischer.
-tv-
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