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Am Sonntag war es endlich so weit. Das Ruhr Museum öffnete seine kulturhistorischen Tore zusammen mit der Kulturhauptstadt RUHR.2010. Der Ausstellungsort könnte ungewöhnlicher nicht sein. Eine Maschine – die ehemalige Kohlenwäsche der Zeche Zollverein - bildet einen neuen Kulminationspunkt in der „Metropole Ruhr“.
Eine gewisse Portion Nervosität, nach zehnjähriger Planungs- und Vorbereitungszeit, war den Initiatoren des neu eröffneten Ruhr Museums bei der zuvor einberufenen Pressekonferenz am Freitagvormittag nicht zu verdenken. Mit einem Gefühl der Erleichterung brachte der Direktor des Ruhr Museums, Prof. Dr. Ulrich Borsdorf, dann schließlich das inhaltliche Konzept des neuen Museums auf den Punkt. „Es gibt ein Ruhrgebiet und jetzt hat das Ruhrgebiet ein Museum“, so Borsdorf zufrieden.
280.000 Arbeitsstunden wurden in die Realisierung des neuen historischen Vorzeigestücks inmitten des Reviers investiert. „Das ist so, als hätte die Kohlenwäsche noch vier Jahre weitergearbeitet“, kommentiert Borsdorf den von ihm eigens recherchierten Arbeitsaufwand. Und es hat sich gelohnt. Zehn Jahre Planung und 55 Millionen Euro Umbaukosten weiter darf das historisch interessierte Publikum ein hybrides Museum erleben, das mehrere Museumstypen unter einem Dach vereint – Geschichte, Naturkunde, Archäologie und Fotografie. Es geht zurück auf das 1904 gegründete Ruhrlandmuseum der Stadt Essen, eines der ältesten Museen des Ruhrgebiets. Noch bis 2007 war es zusammen mit dem Museum Folkwang an der Goethestraße untergebracht, bis es dem Neubau des Museum Folkwang weichen musste. Vielleicht eine glückliche Fügung, denn auf Zollverein hat es einen größeren und vor allem spektakuläreren Standort gefunden.
Ist man erst einmal die längste und in feuerrotes Licht getauchte Rolltreppe Europas hinaufgefahren, folgt der Ausstellungsrundgang dem ehemaligen Weg der Kohle. Vom Foyer im Besucherzentrum auf der 24-Meter-Ebene durch das beeindruckende Treppenhaus in die unteren Etagen der Kohlenwäsche. Die Ebenen 17, 12 und 6 bilden die Ausstellungsfläche des Museums. Sie sind den Kategorien Gegenwart, Gedächtnis und Geschichte zugeordnet. Wer genügend Zeit und ein großes Herz für das Ruhrgebiet mitbringt, wird seine wahre Freude haben und viel Wissenswertes über die Natur- und Kulturgeschichte des Ruhrgebietes in all seinen vielschichtigen Facetten erleben können. Nach Begehung des beeindruckenden Museumsparcours ist eines wohl mehr als deutlich. Bei der Ausstellungskonzeption haben insbesondere Projektleiter Heinrich Theodor Grütter und Museumsdirektor Prof. Dr. Ulrich Borsdorf nicht nur den Verstand, sondern auch das Herz sprechen lassen.
- gala -
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