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Duisburg, 24. Juli 2010
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Mindestens 18 Tote und 45 Schwerverletzte - das ist der aktuelle Ausgang einer Massenpanik in einem Tunnel am Haupteingang der Loveparade 2010 in Duisburg. Es besteht eine Notfall-Telefonnummer für Angehörige (0203 / 94000), unter der sie alle Informationen erhalten. Unterdessen steht ein Versagen des Sicherheitskonzepts im Raum. Augenzeugen der Massenpanik berichten: "Die Leute sind reihenweise umgefallen, aber die Polizei hat immer weiter von beiden Seiten Menschen in den Tunnel geschickt."
Bei der diesjährigen Loveparade 2010 - "The Art of Love" in Duisburg ist es am Veranstaltungsgelände zu einer Massenpanik gekommen, bei der mindestens 15 Menschen gestorben sein sollen und zahlreiche verletzt wurden.
Am Haupteingang des Veranstaltungsgelände der Loveparade ist am Nachmittag zu einer Massenpanik gekommen. Die Panik wurde nach ersten Angaben der Polizei durch ein Gedränge in einem Tunnel des Eingangsbereiches ausgelöst. Wegen des grossen Zuspruchs der Loveparade 2010 in Duisburg wollten offenbar hunderte Teilnehmer die Veranstaltung wegen Überfüllung verlassen und gleichzeitig drängten hunderte Raver auf das Gelände. Bei der Massenpanik im Tunnel sind nach Angaben der Polizei mindestens elf Menschen zu Tote getreten worden und wenigstens 15 weitere verletzt worden. Einige der Verletzten mussten reanimiert werden Um das Ausbreiten der Panik zu verhindern, wurde die Veranstaltung vorerst fortgesetzt.
Von Anfang an war klar: Die Loveparade würde die vergleichsweise kleine Stadt Duisburg (490.000 Einwohner) und die Veranstalter vor große Herausforderungen stellen. Eine Million Besucher wurden im Vorfeld erwartet, 1,4 Millionen Menschen waren bereits am Nachmittag in der Stadt. Mangels Platz gab es in diesem Jahr erstmals keine Parade mit den Floats durch die Innenstadt. Die 15 Party-Trucks fahren stattdessen auf dem Gelände des alten Güterbahnhofs im Kreis um eine alte, aber stilechte Abfertigungshalle - Industriekultur trifft Jugendkultur.
Dr. Motte kritisiert "schwere Managementfehler"
Man hätte das verantwortungsvoller planen müssen, sagte Dr Motte als Reaktion auf die Massenpanik in Duisburg.
Der Gründer und langjährige Organisator der früheren Loveparade in Berlin, DJ Dr Motte, hat den Organisatoren der Duisburger Nachfolgeveranstaltung „schwere Managementfehler“ vorgeworfen. „Das hätte man im Vorfeld verantwortungsvoller planen müssen“, sagte er am Samstagabend dem Tagesspiegel. Das Gelände einer solchen Großveranstaltung, wie in Duisburg geschehen, rundherum abzuzäunen und nur einen alleinigen Zugang zu lassen, noch dazu einen von Mauern begrenzten, sei „ausgesprochen riskant.“ Die einstige Berliner Loveparade zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor sei hingegen von allen Seiten „immer frei zugänglich“ gewesen. Dr. Motte: „Außerdem bot der Tiergarten drumherum im Falle einer Panik beste Rückzugschancen.“
Die Duisburger Tragödie habe ihn „extrem schockiert und traurig gestimmt“, sagte Dr. Motte. Er sprach den Angehörigen der Opfer sein „Mitgefühl“ aus. (tagesspiegel.de)
Dr. Motte Blog:
"...das gelände abzusperren war ein fehler. die loveparade war immer offen für alle in berlin, mit rückzugsmöglichkeiten in den tiergarten… wir hatten immer sani’s ohne ende wasser. ein einziger zugang durch einen tunnel birgt die katastrophe in sich. ich bin sehr traurig… "
Über eine Million Besucher bei Loveparade
An der Loveparade nahmen nach Angaben der Organisatoren über den gesamten Tag verteilt 1,4 Millionen Menschen teil. Die Loveparade wurde rund um das Gebiet des alten Duisburger Güterbahnhofs gefeiert. Die erstmals 1989 in Berlin gestartete Loveparade fand damit nach einer Pause im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder statt.
Das Sicherheitskonzept...
Seitdem die ersten Raver im Namen der Loveparade durch die Straßen Berlins zo-gen, schrieben sie sich Liebe, Respekt und Toleranz nicht nur auf die Fahne, son-dern sie tanzten und feierten auch danach. Nicht von ungefähr gilt die Loveparade seither als eine der friedlichsten Großveranstaltungen der Welt!
Kombination aus Altbewährtem und sinnvoller Anpassung
Durch eine Kombination aus Altbewährtem und sinnvoller Anpassung an die Duisburger Verhältnisse ist gemeinsam mit der Polizei, der Feuerwehr, den Sanitäts-diensten und dem Ordnungsamt ein umfassendes Sicherheitskonzept auf den Zu- und Abwegen zum Veranstaltungsgelände erarbeitet worden.
Absperr- und Sicherungsmaßnahmen
Unumgänglich sind zeitnahe Straßensperren bzw. komplett autofreie Zonen sowie die Einzäunung und Bewachung sensibler Objekte auf den Zu- und Abwegen. Damit soll verhindert werden, dass weder Fahrzeuge in die Besucherströme noch umgekehrt zu- und abströmende Besuchergruppen in den fließenden Verkehr geraten.
Erste Hilfe und Notrufe
Auf den Zu- und Abwegen zum Veranstaltungsgelände und auf dem Veranstaltungsgelände selbst wird ein dichtes Netz aus weithin gut sichtbaren Sanitätsstationen vorhanden sein. Die ca. 1.500 Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen Malteser Hilfsdienst (Malteser), Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) kommen aus dem gesamten Bundesgebiet nach Duisburg und stehen für qualifizierte medizinische Hilfe zur Verfügung.
Auf dem Veranstaltungsgelände wird es auf Grund der Lautstärke in bestimmten Bereichen Probleme bei der Sprachübermittlung des Notrufes über die Nummer 112 geben. Wenden Sie sich in diesem Fall an das Ordnungspersonal oder direkt an eine der zahlreichen Sanitätsstationen am Rande des Geländes.
Wenn Sie als Helfer oder Hilfesuchender einen Notruf absetzen, geben Sie bitte exakt Ihren Standort an. Zur Orientierung sind auf der gesamten Wegstrecke und auf dem Veranstaltungsgelände gut sichtbare Schilder mit dreistelliger Nummerierungen angebracht.
In allen Bereichen unterstützen Sie bitte die Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen und der Feuerwehr. Achten Sie auf Einsatzfahrzeuge, die mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs sind und sorgen Sie bitte dafür, dass Sie ungehindert an Ihr Ziel kommen.
Ordnungskräfte
Das Ordnungsamt setzt auf den Zu- und Abwegen eine Vielzahl von Ordnungskräften ein. Sie stehen Ihnen jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung. Gleichzeitig arbeiten Sie eng mit der Polizei zusammen, um die Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten.
Tipps für die An- und Abreise
* An- und Abreise: 700 Extra-Züge werden eingesetzt. Bis Sonntag um 3 Uhr fahren zwischen Köln und Hamm sowie Düsseldorf und Oberhausen mehr RE. Die S 1 zwischen Dortmund und Duisburg sowie zwischen Duisburg und Mönchengladbach kommt im 15-Minuten-Takt. Wer nicht mit S- oder Regionalbahn anreist, sollte sich bei der Duisburger Verkehrsgesellschaft oder beim VRR informieren.
* Wer nach Hause möchte, kann sich am Farbleitsystem orientieren. In der Party-Zone hängen bunte Hinweisschilder. Besucher sollten sich die Farben Rot und Gelb (für die Richtungen Düsseldorf und Krefeld), sowie Blau und Grün (Oberhausen, Essen) merken. Zeitweise Sperrungen des Hauptbahnhofs werden sich bei der Abreise aber nicht vermeiden lassen, teilt die Bundespolizei mit.
* Sperrungen: Die A 59 ist zwischen dem Kreuz Duisburg und der Anschlussstelle Wanheimerort ab Samstag 8 Uhr voll gesperrt. Der Duisburger Hauptbahnhof ist am Samstag ab 3 Uhr nachts für den regionalen Schienenverkehr reserviert, mit Fernverkehrszügen erreicht man den Bahnhof am Samstag nicht. Viele ICE halten auch nicht in Bochum und Essen, weil sie ums Ruhrgebiet herum geleitet werden. Aktuelle Infos der Bahn unter: http://www.bahn.de/blitz/view/nrw/uebersicht.shtml
* Am nächsten Tag: Die A 59 ist am Sonntag ab 8 Uhr wieder frei. Straßen- und U-Bahnen fahren ab 4 Uhr wieder zum und vom Hauptbahnhof, Busse erst ab etwa 14 Uhr.
(Quelle: u.a. Stadt Duisburg)
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