Man schrieb den 23. März 1950 – erstmals nach dem Horror des Zweiten Weltkriegs und der Entbehrungen der direkten Nachkriegszeit, blinkt in Essen ein kultureller Funke auf: Die legendäre Lichtburg öffnete wieder ihre Pforten.
Mitten im Herzen von Essen liegt mit der Lichtburg nicht nur der größte Filmpalast der Bundesrepublik, sondern fraglos auch einer der schönsten – der eine bewegende Geschichte hinter sich hat. 1928 eröffnet, galt das Kino schon damals als das modernste Filmtheater in Deutschland. Dann jedoch brachen schwere Zeiten an: Nicht nur, dass das Nazi-Regime den jüdischen Betreiber zum Verkauf zwang. Viel schwerer wog noch, dass 1943 der viel gerühmte Zuschauerraum völlig ausbrannte – eine verheerende Folge der Luftangriffe des Zweiten Weltkriegs.
Identifikations-Symbol in Essen
Bald nach Kriegsende begann man jedoch an der Kettwiger Straße – dank hohem bürgerschaftlichen Engagement – seinen ganzen Stolz erneut aufzubauen. Und als ein Großteil der Stadt immer noch in Trümmern lag, eröffnete die Lichtburg 1950 völlig restauriert und im wundervollen Charme der 50er-Jahre. Mit einem spektakulären Gala-Programm hob sich am 23. März der erste Vorhang. Endlich hielten wieder Glanz und Glamour Einzug in die so gebeutelte Stadt. Die Essener hatten wieder einen Identifikationspunkt in der Stadt. Und Essen – sowie damit auch das ganze Ruhrgebiet – waren wieder wer in der jungen Bundesrepublik.
Lichtburg: Das Premierenkino Deutschlands
Diese schaute in der Folgezeit immer öfter nach Essen, denn die Lichtburg avancierte zum Premierenkino schlechthin in Deutschland und die Stars aus Film und Fernsehen gaben sich die sprichwörtliche Klinke in die Hand. Über Jahrzehnte fanden hunderte Premieren, Filmgalas, nationale und weltweite Uraufführungen statt.
Neueste Kinotechnik in historischem Ambiente
Seit 2003 ist die inzwischen denkmalgeschützte Lichtburg völlig modernisiert und mit neuester Kino- und Bühnentechnik versehen. Die Leinwand ist aufrollbar, dahinter befindet sich eine Bühne, so dass der Saal auch für Theater- und Kabarettveranstaltungen genutzt werden kann. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Im Keller befindet sich ein kleiner Kinosaal mit 150 Plätzen, der seit dem Umbau 2003 nach dem indischen Filmschauspieler Sabu benannt ist.
Jeder Dienstag ist Kinotag (außer an Feiertagen): Eintritt ab 5,00 €, Sonderpreis für Senioren ab 60 Jahren und Kinder bis 11 Jahren. Jeder Tag ist Familientag.
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