Startseite/ Dr. Motte gründet Stiftung zur Hilfe der Opfer der Loveparade 2010 in Duisburg
Merkliste (0)Mehr als drei Monate nach dem verheerenden Unglück auf der 19. Loveparade in Duisburg, bei dem 21 Menschen ihr Leben verloren, 500 Menschen zum Teil schwer verletzt wurden und wiederum tausende noch immer mit den traumatischen Erlebnissen zu kämpfen haben, konnte bisher keinem die Verantwortung für die Entschädigung der Opfer zugetragen werden. Grund genug selbst tätig zu werden, finden Dr. Motte und seine Mitstreiter und gründen die Love-Stiftung.
Wer ist Schuld an den tragischen Vorfällen, die sich am 24. Juli 2010 auf der Parade der Liebe zutrugen, die zwar allen Attributen einer Parade entbehrte, aber mindestens ein Tag der Freude werden sollte. Durch schlechte Planung, unterlassene Warnungen und einer Gier nach Aufmerksamkeit wurde es möglich, dass am späten Nachmittag auf der Zugangsrampe zum Veranstaltungsgelände, am Ende eines Tunnels, eine Massenpanik entstehen konnte, in welche mehr als 3.000 Menschen verwickelt waren.
100 Tage nach der Katastrophe - Keine Aufklärung in Sicht
Am Sonntag werden es genau hundert Tage und die Ereignisse haben weder ihren Verantwortlichen gefunden, noch sind sie in den Köpfen der Menschen weiterhin präsent. Zwar erinnert sich jeder an die entsetzenden Nachrichten, doch die Wenigsten sind drei Monate später noch am Verlauf der Ermittlungen und dem Verbleib der überlebenden Opfer interessiert.
Zurück bleiben Menschen, die trauern, deren Leben nicht weitergeht wie bisher, die sich mit Verletzungen und auch bleibenden körperlichen Schäden arrangieren oder über Jahre noch mit psychischen Beeinträchtigungen leben müssen. All jene, deren Unversehrtheit so leichtfertig aufs Spiel gesetzt worden ist, fragen sich Tag für Tag, wer Schuld trägt an ihrem Schicksal und vor allem, wer sich der Verantwortung stellt, wenigstens eine angemessene Entschädigung zu leisten.
Fragen bleiben unbeantwortet
Da diese Fragen bis auf Weiteres unbeantwortet bleiben werden, die Leistungen aus dem Hilfsfond des Landes NRW längst erschöpft sind, und das allgemeine Interesse in der Bevölkerung stetig sinkt haben nun drei Außenstehende eine Stiftung für die Opfer und Hinterbliebenen der Loveparade-Katastrophe gegründet: Loveparade-Gründer Dr. Motte, mit bürgerlichem Namen Matthias Roeingh, Rechtsanwalt Adam Krwczyk, welcher seine Freund und Kollegen bei der Massenpanik verlor und Rainer Güttler, als renommierten Spezialisten für Stiftungsrecht.
Auf dem Internetportal der Stiftung können Erlebnisberichte verfasst, Fragen gestellt und mit Leidensgenossen kommuniziert werden. Es sollen nicht nur Spenden gesammelt und an die Betroffenen umverteilt werden, sondern vor allem liegt das Interesse darin ein interaktives Gedächtnis zu schaffen und eine Vernetzung zu forcieren. Unter anderem soll es Foren geben, in denen Selbsthilfegruppen gelistet sind, wo Betroffene sich über Möglichkeiten der Verarbeitung austauschen können oder auch Erfolgserlebnisse geteilt werden.
"Unser Ziel ist, möglichst vielen Opfern nicht nur kurzfristig und unbürokratisch zu helfen ", sagt Krawczyk, "sondern auch bei der Bekämpfung der Langzeitfolgen zu helfen."
Wenn Sie spenden, oder selbst zur Internetplattform beitragen möchten, finden Sie diese auf www.lovestiftung.de
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