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Loveparade-Tragödie von Duisburg: Staatsanwaltschaft könnte bald Namen nennen

Loveparade-Tragödie von Duisburg: Staatsanwaltschaft will wohl zur Jahreswende Namen nennen

 
Duisburg , Mo. 20.12.2010, Autor: voßnacke
 

Fünf Monate nach der Loveparade-Katastrophe in Duisburg ermittelt die Staatsanwaltschaft immer noch unverdrossen, Oberbürgermeister Adolf Sauerland ist immer noch unverdrossen im Amt und immer noch wurde niemand konkret zur Verantwortung gezogen: Das soll sich nun ändern!

Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung prüft die Staatsanwaltschaft gerade, gegen welche „Verdächtige“ sie das Ermittlungsverfahren konkretisiert und will in den kommenden Tagen wohl Namen nennen. Bisher ermittelte sie aufgrund des Verdachts auf fahrlässige Tötung nur gegen Unbekannt.

Während für die Öffentlichkeit vielerorten klar scheint, wer die moralische und politische Verantwortung für den verhängnisvollen 24. Juli mit 21 Toten und hunderten Traumatisierten trägt – OB Sauerland, Veranstalter Schaller und Co nämlich –, ist dies aus juristischer Sicht längst nicht so.

Nach fünf Monaten des Recherchierens, des Sammelns von Hinweisen, des Wälzens von hunderten Aktenordnern scheint es aber nun soweit, dass sich bestimmte Personen herauskristallisieren, die wohl auch strafrechtlich zu belangen sind.

OB Sauerland nicht auf Verdächtigen-Liste

Zur Überraschung: Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland ist wohl erst einmal nicht dabei. Er hatte stets die persönliche und politische Verantwortung verneint und befindet sich nach dem gescheiterten Abwahlverfahren nach wie vor im Amt, auch wenn zuletzt noch der Personalrat der Stadtverwaltung erneut seinen Rücktritt forderte.

Die staatsanwaltlichen Ermittler haben jedoch andere Namen auf ihrer Liste: Nach Medienberichten könnten dies bis zu elf Personen aus der Duisburger Stadtverwaltung sein unter ihnen der Ordnungsdezernent und Loveparade-Beauftragte der Stadt, Wolfgang Rabe, Baudezernent Jürgen Dressler oder die stellvertretende Leiterin des Ordnungsamtes, Ursula Fohrmann. Hier gehen die Ermittler wohl davon aus, dass gravierende Fehler bei Genehmigung und Durchführung der Loveparade begangen wurden.

Auch Lopavent im Fokus: Schaller selbst aber ebenfalls nicht

Auch Personen aus Reihen des Veranstalters Lopavent stehen im Fokus – wobei auch hier der prominenteste Namne, Lopavent-Chef Rainer Schaller, außen vor sein soll.


-tv-

 

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