Startseite/ „Mr. Stahl“ geht! Wechsel an der ThyssenKrupp-Konzernspitze
Merkliste (0)Er prägte den Traditionskonzern in den letzten 12 Jahren wie kaum ein anderer zuvor: „Mr. Stahl“ Ekkehard Schulz verlässt den Chefsessel bei ThyssenKrupp, geht in den wohlverdienten (Un-) Ruhestand – und hinterlässt seinem Nachfolger große Fußstapfen, aber auch ein bestelltes Feld.
Bei der Hauptversammlung im Bochumer RuhrCongress übergibt der 69-Jährige den Staffelstab in der Konzernleitung an den ehemaligen Siemens-Manager Heinrich Hiesinger. Erstmal wird damit ein „Externer“ die Geschicke des Stahlgiganten lenken.
ThyssenKrupp ohne Ekkehard Schulz – das ist hingegen fast gar nicht zu denken. Seit ganzen 40 Jahren schon ist Schulz, der einst Eisenhüttenwesen studierte, Teil des Thyssen-Kosmos' und durchlief die verschiedensten Unternehmensbereiche. 1999 wurde er dann einer der beiden Vorstandsvorsitzenden nach der Fusion von Thyssen und Krupp, bevor er von 2001 an allein auf der Kommandobrücke stand.
ThyssenKrupp - aus der Wirtschaftskrise gestärkt hervorgegangen, auch dank Schulz
Auch durch gefährliches Fahrwasser musste Schulz den Ruhrkonzern mit Weltrang manövrieren: Da die Nachfrage nach Stahl traditionell konjunkturanfällig und damit starken Schwankungen ausgesetzt ist, schlug die Wirtschaftskrise voll zu. Doch Schulz schaffte die Wende: Jetzt schreibt ThyssenKrupp wieder beste Zahlen. Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 42,6 Milliarden Euro, der Gewinn vor Steuern betrug 1,14 Milliarden Euro - nach einem Verlust von über 2 Milliarden im Vorjahr. „ThyssenKrupp ist auch für die Zukunft gut aufgestellt“, konnte Schulz zum Abschied deshalb stolz im Deutschlandfunk vermelden.
Hiesinger wird Schulz' Erbe fortführen - und eigene Akzente setzen
Auf den Neuen an der Spitze, Heinrich Hiesinger, warten dennoch spannende Aufgaben: Nicht alle sehen die Zukunft des Stahls nämlich so rosig wie der scheidende Schulz, der geradezu mantrahaft immer wieder eine weitere positive Entwicklung prophezeit. An Hiesinger ist es also wohl, den Konzern so umzugestalten, dass die Unabhängigkeit zum Stahl-Sektor langfristig größer wird. Eine weitere Stärkung ThyssenKrupps als moderner Mischkonzern.
Ekkehard Schulz wird ThyssenKrupp erhalten bleiben: im Aufsichtsrat ist seine Expertise weiter gefragt.
-tv-
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