Fast 50 Jahre war ein Kapitel der Moerser Geschichte nahezu unbekannt: die NS-Zeit. Erstmals haben sich Anfang der 90-er Jahre Dr. Bernhard Schmidt und Co-Autor Fritz Burger in „Tatort Moers“ grundlegend und kritisch mit der düsteren Vergangenheit der Stadt sowie des damaligen Kreises Moers auseinandergesetzt.
Mit „Moers unterm Hakenkreuz“ ist jetzt eine beeindruckende Fortsetzung der Arbeit erschienen. Im Beisein ehemaliger Zwangsarbeiter aus der Ukraine, Polen und den Niederlanden ist das Werk am Montag, 27. Oktober, in der Zentralbibliothek Moers vorgestellt worden.
600 Dokumente und viele Interviews
Knapp 20 Autorinnen und Autoren geben anhand von 600 Dokumenten und zahlreichen Interviewausschnitten den Opfern des Nationalsozialismus ein Gesicht und eine Stimme. Mehr als 900 Opfer fanden in KZ-ähnlichen Lagern der Kamp-Lintforter Zeche Friedrich Heinrich, in den Rheinpreußenschächten bei Krupp in Rheinhausen oder bei Arbeitseinsätzen in der Landwirtschaft den Tod. Unter ihnen waren Widerstandskämpfer der Arbeiterschaft, Kirchenmänner, Zeugen Jehovas sowie ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter.
Umfassende Dokumentation
Dr. Bernhard Schmidt und seine Co-Autoren dokumentieren umfassend, wie die nationalsozialistische Gewaltherrschaft von 1933 bis 1945 das Leben in der Region geprägt hat. Die Überlebenden berichten von ihren Erfahrungen aus dieser Zeit und wie viele von ihnen durch Aufarbeitung und zahlreicher Besuche endlich mit der Vergangenheit abschließen konnten. Das Buch ist im Klartext-Verlag erschienen und kostet 39,80 Euro.
Pressemeldung Stadt Moers
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