Startseite/ MSV Duisburg: Farce um Rücktritt von Vereinsboss Hellmich hält an
Merkliste (0)Er geht, er geht nicht, er geht – aber vor allem wann? Das Hin und Her um den bereits angekündigten wahlweise aber wieder wackelnden Rücktritt von Baununternehmer Walter Hellmich an der Spitze des MSV Duisburg nimmt offenbar kein Ende. Während die Zebras sportlich zur Zeit im Höhenflug sind und den Bundesliga-Aufstieg fest im Blick haben, regiert in den Führungsgremien des Revierclubs das Chaos.
Zur Erinnerung: Man schrieb April 2010 als Präsident Walter Hellmich bei der MSV-Jahreshauptversammlung seinen baldigen Rückzug ankündigt, obwohl er eigentlich noch bis 2011 gewählt war. „Ich führe den Verein seit acht Jahren. Irgendwann muss auch mal Schluss sein“, sagte er damals. Als wahrer Hintergrund bei Fans und Experten galt aber das nicht abreißende Kreuzfeuer der Kritik am ehemaligen „Retter“ des MSV: Zu laut erklangen die Klagen über zweifelhaftes Finanzgebaren, Vetternwirtschaft sowie eine selbstherrliche Vereinsführung nach Gutsherrenart.
Walter Hellmich: Alle warten auf seinen Abgang...
Sieben Monate später ist Walter Hellmich immer noch im Amt und macht keine Anstalten dies zu ändern. Obwohl er den Zeitpunkt des Abgangs offen gelassen hatte, war eine Übergabe des Staffelstabs an einen Nachfolger doch für spätestens Oktober vorgesehen.
Zumal der schon in den Startlöchern steht. Der Aufsichtsrat will Dieter Steffen – den ehemaligen Chef der Duisburger Innenhafen-Gesellschaft – zum neuen Präsidenten wählen. Alsbald soll er die Amtsgeschäfte übernehmen. Doch das geht erst nach Hellmichs offiziellem Rücktritt. Neubeginn in der Führungsetage also Fehlanzeige!
Umbruch auch im MSV-Aufsichtsrat selbst?
Der gesamte Aufsichtsrat hat sich mittlerweile von Hellmich abgewandt, nur Aufsichstratschef Gerd Görtz hält ihm noch die Stange. Doch das könnte sich ändern, steht doch auch für Görtz schon ein Nachfolger bereit: Hans-Werner Tomalak, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Duisburg, soll diesen Posten übernehmen.
Hellmich-Rücktritt kann nicht erzwungen werden - oder doch?
Dennoch kann der Aufsichtsrat einen Rücktritt von Walter Hellmich nicht erzwingen. Will der etwa noch bis zum Saisonende weiter machen, eventuell gar den potenziellen Aufstieg auf seine miterleben – und als „sein“ Vermächtnis hinterlassen? Über die Gründe von Hellmichs sturem Festhalten an seinem Amt, kann nur spekuliert werden.
Nach WAZ-Informationen kursieren beim MSV Duisburg inzwischen „Notfallpläne“, um Hellmich endlich abzusägen: Eine außerordentliche Mitgliederversammlung steht ebenso im Raum wie ein Rücktritt der beiden stellvertretenden Vorsitzenden, womit der Vorstand nicht mehr handlungsfähig wäre.
Hellmich: Vom ehemaligen Retter zum Buhmann
Vor acht Jahren rettete Baununternehmer Walter Hellmich noch den finanziell angeschlagenen Club, der Aufstieg des MSV Duisburg gelang zweimal und Hellmich bescherte den Zebras sogar die moderne MSV-Arena als neue Spielstätte. Inzwischen ist eine wirtschaftlich neue Misere nicht mehr fern, das Geschäftsjahr 2009 schloss man in Duisburg mit einem Minus von 3,4 Millionen Euro ab.
Ein Glück, dass wenigstens der neuerliche sportliche Aufstieg in die 1. Bundesliga diese Saison greifbar scheint...
-tv-
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