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Letzter Vorhang für „Buddy“ in Essen gefallen

Nach „Buddy“: Aus für den Musicalstandort Essen

 
Essen , Mo. 02.08.2010, Autor: voßnacke
 

Am Samstag hieß es Abschied nehmen im Colosseum-Theater in Essen: Abschied von „Buddy – Das Buddy Holly Musical“, das seine letzte Vorstellung feierte, Abschied vom prächtigen Colosseum-Theater als Musical-Stätte, Abschied aber auch vom Musicalstandort Essen, an dem bis auf Weiteres keine große Musical-Produktion mehr stattfinden wird.

Das Kulturhauptstadtjahr im Ruhrgebiet öffnet nicht nur stetig neue kulturelle Wege und Perspektiven, sondern muss sich damit abfinden, dass sich auch Pforten schließen. So in Essen, das sich seit knapp 15 Jahren daran gewöhnt hatte, Musical-Stadt zu sein und mit dem Colosseum-Theater – dem denkmalgeschützten Backsteingebäude, das früher Krupp-Werkstatt war – über die vielleicht schönste Musical-Stätte Deutschlands zu verfügen.

Seit dem Wochenende ist das nun vorbei: „Buddy Holly“ ging zum letzten Mal auf die Bühne und begeisterte vor ausnahmweise ausverkauftem Haus. Einen derartigen Besucherzustrom wie nun bei der Abschiedsvorstellung hätte der gute „Buddy“ durchaus eher gebrauchen können, wäre dies doch das schlagkräftigste aller Argumente für den Erhalt des Musicals gewesen.

Musicals in Essen rentierten sich nicht

So aber reihte sich „Buddy“ in den Reigen der großen Musicals, die sich allesamt in Essen für die Veranstaltergesellschaft Stage Entertainment, nicht zu rechnen schienen. Stage Entertainment hatte das Colosseum Theater im Jahr 2000 von der Stella AG übernommen und nach einer aufwändigen Umbauphase mit dem Musical „Elisabeth“ wiedereröffnet. Es folgten Disneys „Aida“, „Das Phantom der Oper“, „Mamma Mia!“, „Ich will Spaß!“ und jetzt aktuell "Buddy – Das Buddy Holly Musical".

„Als Privattheater erhalten wir keinerlei Subventionen, sondern sind ausschließlich auf die Einnahmen durch unsere Besucher angewiesen. Wir haben es in den vergangenen Jahren leider nicht geschafft, den Spielbetrieb in Essen profitabel zu gestalten“, begründete Stage Entertainment Deutschland Geschäftsführer Johannes Mock-O’Hara die Schließung der Musical-Institution im Ruhrgebiet.

Warum wurde in Essen kein Musical wirklich erfolgreich?

Einzig die Produktionen „Elisabeth“ und das – noch in Stella AG-Zeiten - allererste Musical in Essen, „Joseph“, erwiesen sich letzten Endes als Publikumsrenner. Verwunderlich: Nur wenige Kilometer von Essen, nämlich in Bochum bricht der „Starlight Express“ einen Rekord nach dem anderen und auch in Oberhausen gilt „Wicked - Die Hexen von Oz“ als Zuschauermagnet. Die Konkurrenzsituation steht außer Frage, aber warum ausgerechnet in Essen einfach jede der großen Muscial-Produktionen zum Misserfolg verdammt war, darüber scheiden sich die Geister.

Colosseum-Theater dennoch nicht tot

Gänzlich vom Colosseum-Theater verabschieden will sich die Hamburger Stage Entertainment aber nicht: Man will das Colosseum-Theater für anderweitige Veranstaltungen nutzen, wie Preisverleihungen oder Kongresse. Der Arbeitsplatzverlust soll so wenigstens etwas abgefedert werden.

Dem Ruhrgebiet bleibt dennoch nur eines zu sagen: „Bye, bye, Buddy“.

-tv-

 

 

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