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Bildungsreport Ruhr: Revier in Sachen Bildungserfolg zweigeteilt

Nord-Süd-Kontrast im Bildungsniveau des Reviers

 
Bildung und Wissenschaft , Ruhrgebiet , Di. 18.05.2010, Autor: voßnacke
 

Die Schüler im Ruhrgebiet haben insgesamt bessere Schulabschlüsse als der Bundesdurchschnitt, die Bildungsspitze ist breiter geworden. Aber: Gleichzeitig besteht eine größer werdende Kluft zwischen Norden und Süden – dies ergab eine neue Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen. Ruhrportal stellt die wichtigsten Ergebnisse vor:

© Dieter Schütz / www.pixelio.de
© Dieter Schütz / www.pixelio.de
 

Die Studie vergleicht die Absolventenjahrgänge 2005 und 2008 im Ruhrgebiet und sieht zunächst einmal einen klaren Trend zur Höherqualifizierung. Nahezu ein Drittel der Schulabsolventen habe 2008 die Schulkarriere mit dem Abitur oder Fachabitur beendet – so viele wie nie zuvor im 'Ballungsraum Ruhr' – und auch mehr als der Schnitt in ganz Deutschland.

Das große Aber folgt jedoch auf den Fuß: Der „Sockel des Scheiterns“ , also Schüler ohne Abschluss, scheint wie zementiert und ist (fast) konstant geblieben. Dies betrifft immerhin 7,3 % der Schüler – und damit eindeutig zu viele!

Revier regional höchst differenziert

Auch ist das Ruhrgebiet in Sachen Bildung alles andere als ein einheitlicher Raum: „Der intraregionale Vergleich zeigt, dass mit Ausnahme der Städte Hagen und Mülheim insbesondere die zentralen Ruhrgebietsmetropolen und langjährigen Universitätsstandorte Essen, Bochum und noch ganz knapp Dortmund überdurchschnittliche Abiturientenquoten in ihrer Schulabschlussbilanz des Jahres 2008 aufweisen“. Im Zentrum und Süden des Reviers scheinen also eindeutig die „Bildungshochburgen“ zu liegen.

Ganz anders schaut es im Norden aus, der fast schon traditionellen Bildungs-Problemzone: Der Kreis Recklinghausen sowie die Revierstädte Duisburg, Hamm, Gelsenkirchen und Bottrop bilden klar die Schlusslichter. „In diesen Stadtquartieren vollziehen sich in einem unverändert hohem Maße Bildungsabwärtsspiralen bei Kindern und Jugendlichen, mit dem Erwerb niedriger Schulabschlüsse, die zu einer niedrigen beruflichen Qualifikation führen, die wiederum von einem größeren Risiko der Arbeitslosigkeit begleitet wird“, so ein warnendes Resümee der Studie des Diplomsozialwissenschaftlers Dirk Langer.

Fazit: Erfolg und Misserfolg in Bildungsfragen des Reviers liegen eng beieinander – und Nord und Süd des Reviers so nahe und doch so fern. Ein klarer Handlungsauftrag auch für eine neue Landesregierung – wer immer sie am Ende in Düsseldorf stellen wird.

Alle Ergebnisse der Studie im Detail auf der Homepage des IAQ.

-tv-

 

 

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