In drei auserkorenen Mülheimer Stadtgebieten hat man Verkehrsführung und -zeichen genau unter die Lupe genommen. Dabei wurde deutlich, was für Autofahrer schon lange kein Geheimnis mehr ist. Auf viele Schilder könnte man schlichtweg verzichten, da sie nur verwirren oder gar kontraproduktiv sind. „Nach unseren Schätzungen sind von den rund 20 Millionen Verkehrsschildern auf deutschen Straßen über ein Drittel überflüssig“, berichtet ADAC-Präsident Peter Meyer. Eben diese verhüllt man in Mülheim nun für zwei Monate mit einem gelben Sack. Die Stadt rodet damit testweise fast 50% des Schilderdschungels. Erprobt wird, ob der Verkehr auch ohne die Verkehrszeichen funktioniert – wenn ja, dann demontiert das Verkehrsamt sie endgültig.
Vorschläge von Bürgern
Unterstützung gibt es aus der Bürgerschaft: Die Verkehrsteilnehmer sollen aktiv Anregungen und Kritik einbringen, über ihre Erfahrungen berichten sowie selbst Vorschläge machen. Ein eigenes Internetportal dient als Diskussionsforum.
Die Erkenntnisse des ambitionierten Projekts sollen Signalwirkung für andere Ruhrgebietsstädte haben – und in der Zukunft noch ausgebaut werden. Ampeln und die grundsätzliche Verkehrsführung stehen demnächst auf dem Prüfstand. „Weniger ist mehr“ lautet die Parole einer Verkehrsplanung der Zukunft im Ruhrgebiet – zumindest, was die Verkehrszeichen angeht.
-tv-
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