Die Fußball-WM in der Schweiz und Österreich liegt hinter uns, die Olympischen Spiele in Peking noch vor uns. Doch dieser Sommer hat mehr zu bieten als „nur“ Sport: Vom 16. Juli bis zum 20. August kommt auch der kulturelle Genuss in Hamm nicht zu kurz, denn es ist wieder Zeit für Kunst-Dünger! Der Marktplatz an der Pauluskirche und der Kurparkgarten verwandeln sich für fünf Wochen in ein Freiluft-Varieté und bieten temporeiches, komödiantisches und nachdenkliches Straßentheater vom Feinsten. Den Anfang machen am Mittwoch, 16. Juli ab 20 Uhr auf dem Marktplatz an der Pauluskirche alte Bekannte: das Theater Irrwisch aus Österreich. Mit ihrem spontanen Spiel und ihrer Lust am Geschichtenerzählen überzeugten sie das Publikum des Kunst-Düngers schon vor drei Jahren.
„Hupft!“ heißt ihr aktuelles Stück und man kann sicher sein - wenn die „schrägen“ Typen von Irrwisch einmal loslegen, bebt der Marktplatz und das Publikum biegt sich vor Lachen. Drei richtige Männer stehen da auf der Bühne: Sie sind Freunde und Gegner, „Springinsfelde“ und Zauderer, furchtbar cool und total lächerlich, ihre aufgeblähten Egos brauchen jede Menge Zuspruch.
Die Irrwische spielen kleine Geschichten – temporeich, akrobatisch und anrührend komisch - und erfinden dafür skurrile Charaktere und schelmenhafte Typen. Die „Helden um ein Haar“ parodieren das „Mannsein“: mal überkandidelt, mal subtil und auch mal ernsthaft. Da wird ein Wirbelsturm roter Herzen entfacht, aus einer Handvoll Klopapierrollen entsteht ein Festzelt und ‚Wild Thing’ erklingt mal nicht auf einer Stromgitarre, sondern auf einer Ukulele. Immer sprungbereit spielen Irrwisch mit Rhythmen, Rasseln, Stöckchen und Loyalitäten, mit Zirkusakrobatik und zarter Pantomime und demonstrieren eindrucksvoll, dass man mit Kunststückchen Geschichten erzählen kann und auch ohne Worte zu einer beredten Bühnensprache findet. Mit wunderbar leichtfüßigem Timing und traumwandlerisch sicherem Zusammenspiel tänzeln Stefan Grassl, Rudi Hebinger und Stefan Novak über Leitern und Sessel, versinken in Eimern, Öfen und Kisten und beweisen als grandios komisches Triumvirat, dass man aus aberwitzigen Lausbubenstücken zarteste Poesie erzeugen kann.
Begeisterungsfähigkeit und eine ununterdrückbare Lust an der Komik sind „schuld“ an Irrwisch, seit 1992 tourt die Gruppe mit buntem Programm durch die Sommer dieser Welt. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zu anderen Straßentheatern ist ihre Freude am Geschichtenerzählen: Akrobatik, Stelzenkunst oder Feuershow dienen nur als Transportmittel für Schilderungen vom Menschsein, von der Schrulligkeit, dem Leben und Behaupten in der Gesellschaft. Spielerisch raffiniert und subtil im Ausdruck sind sie auch mit „Hupft!“ auf der Suche nach der Poesie hinter der Kunstfertigkeit.
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