Nach monatelangem Tauziehen ist der US-Konzern General Motors (GM) nun doch bereit, Opel an den Zulieferer Magna zu verkaufen. Das habe ihr GM mitgeteilt, verkündete Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstagnachmittag bei einer offiziellen Pressekonferenz. Die Entscheidung von GM für Magna war von der Bundesregierung begrüßt worden. Auch viele Opelaner hatten auf den Verkauf an den österreichisch-kanadischen Zulieferer gehofft.
Ob die Hoffnungen berechtigt sind, wird sich zeigen. Fakt ist, dass in Europa derzeit 11.000 Jobs zur Disposition stehen. Kein Grund also zur Euphorie, wenn man die Einzelheiten der Pläne von Magna zur Opel-Übernahme nicht kennt. Magna will Opel mit der staatlich kontrollierten russischen Sberbank übernehmen. Beide sollen jeweils 27,5 Prozent der Anteile erhalten, während GM mit 35 Prozent größter Anteilseigner bleiben soll. Die Mitarbeiter will Magna mit 10 Prozent an „New Opel“ beteiligen.
Nach bisherigen Informationen plant Magna rund 2600 Opel-Arbeitsplätze in Deutschland zu streichen. Die vier deutschen Standorte sollen, so Magna, erhalten bleiben. Die Unternehmensführung übernimmt Magna mit dem Ziel, gemeinsam mit dem russischen Autobauer Gaz, „New Opel“ am russischen Markt erfolgreich zu etablieren. Obwohl die Opel-Treuhand, die 65 Prozent der Opel-Anteile verwaltet, mit knapper Mehrheit für die Übernahme gestimmt hat, wird ein Vertragsabschluss jedoch frühestens in einigen Monaten erwartet.
Da viele Details des „Deals“ von der Bundesregierung nicht offen gelegt wurden, ruft die „Chefsache“ der Kanzlerin kurz vor der Bundestagswahl insbesondere die Opposition auf den Plan, die das Ganze für eine eher imageaufbessernde Maßnahme der Regierungsparteien hält. Auch für die Opel-Mitarbeiter ist jetzt schon klar, dass die Zukunft mit Magna kein glatter Durchmarsch in Richtung Zukunftssicherung wird.
-gala-