Startseite/ Dreimal Prometheus auf der Zeche Zollverein - die Promethiade
Merkliste (0)Prometheus – Ein Mythos der Antike, welcher seine Aktualität nie verloren hat. Der Überbringer des Feuers, des Verstandes und der Kultur, der für seine Mission - des Menschens Leben lebenswert zu machen - ein qualvolles Tribut zahlen und sich den Zwängen des göttlichen Systems hingeben musste. Der Entfesselung des Mythos und Prometheus selbst widmet sich das geographische wie gedankliche Grenzen überschreitende Theaterfestival „Promethiade“. Drei Stücke, drei Länder, dreimal Prometheus – deutscher Spielort ist die Zeche Zollverein in Essen.
Am 23. Juli startet die erste der drei Inszenierungen der Promethiade: „Vergessen in 10 Schritten (Anti-Prometheus)“ der Türkin Şahika Tekand auf dem Gelände der Zeche Zollverein in Essen. Das Festival ist eine Kooperation der Kulturhauptstadt RUHR.2010, der Kulturhauptstadt Istanbul2010 und dem Athens Festival in Griechenland. An allen drei Orten werden die Stücke präsentiert, das Ruhrgebiet ist die letzte Spielstätte.
"Vergessen in 10 Schritten"
Şahika Tekands These vom „Anti-Prometheus“, von der Tragödie des modernen Menschen, dessen Eigenantrieb im Keim erstickt wird und der das funktionierende System zu seiner einzigen Hoffnung macht, erklärt sie in ihrem zweisprachigen Stück „Vergessen in 10 Schritten“ anhand ironischer Texte. Sie und ihre Akteure befolgen auf der Bühne die sinnentleerten Regeln des Spieles, das sich Leben nennt.
"Prometheus in Athen"
Ein Wochenende darauf, am 31. Juli, wird anhand eines Filmes das Projekt „Prometheus in Athen“ präsentiert. Das deutsche Label Rimini Protokoll setzte sich, zusammen mit 100 Athener Bürgern, mit deren aktuellen Auffassung zum Prometheus-Mythos auseinander. Im Zusammenhang mit der derzeitigen Griechenland-Tragödie bekommt dieses Projekt eine zusätzliche Brisanz. Der Authentizität wegen wurde dieses Projekt direkt in Athen aufgezeichnet, so nah als möglich an der antiken Ruine des Dionysos-Theaters, für welches die ursprüngliche Version der Prometheus-Tragödie geschrieben wurde.
"Prometheus gefesselt"
Das zeitliche Schlusslicht bildet die Inszenierung der Aischylos- Tragödie „Prometheus gefesselt“ des Griechen Theodoros Terzopoulos, welcher einer der wichtigsten europäischen Regisseure der Gegenwart ist. Vom 5. bis zum 7. August spielt das Stück auf der Zeche Zollverein. Eine Besonderheit bei diesem Schauspiel wird das vom international renommierten Künstler Jannis Kounellis gestaltete Bühnenbild sein: eine spektakuläre, ortsspezifische Installation.
Tickets gibt es unter: 0201 / 8122200
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