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Studenten räumen Hörsäle

Proteste sollen weitergehen

 
Bildung und Wissenschaft , Sa. 14.11.2009, Autor: schlanstedt
 
Freitagabend war der Audimax der Universität Duisburg-Essen in Duisburg bis auf den letzten Platz besetzt. Außergewöhnlich für diese späte Uhrzeit. Doch die anwesenden Studenten kämpfen für ihre Zukunft – und für bessere Bildungschancen aller Menschen in Deutschland.
© Uni Duisburg-Essen
© Uni Duisburg-Essen
 

Seit Tagen besetzen die Studenten der Universität Duisburg-Essen die zentralen Hörsäle an beiden Hochschulen. Sie protestieren gegen die schlechten Lernbedingungen an den hiesigen Akademien, gegen das Bachelorsystem und die Studiengebühren. Wie in den Ruhrmetropolen gehen europaweit die Studenten auf die Barrikaden. In Österreich hat der Bildungsstreik begonnen, kurzzeitig waren in Deutschland über 50 Hochschulen besetzt.

Die Unileitung in Duisburg-Essen zeigte Verständnis für die Probleme ihrer lernwilligen Protestler, räumte den Studenten aber eine Frist ein, die Hörsäle bis gestern (13.11.), 18 Uhr, zu räumen. Auf einer Kundgebung, zu der die Unileitung, die Studenten und die Medien eingeladen waren, wurde mit klaren Worten diskutiert. Immer wieder hörte man von den Studenten, dass die Studiengebühren einen anständigen Lernablauf behindern. Auf den Einwand von Unirektor Ulrich Radtke, man könne nicht alle Lehrveranstaltungen die Geld kosten aus dem Programm nehmen, folgte prompt der berechtigte Widerspruch der Studenten: Das ginge vorher doch auch.

Von den Studiengebühren, die schnell 700 Euro pro Semester betragen können, kommt bei den Studenten anscheinend nicht viel an. Noch dazu ist der Bachelor/ Master, im Vergleich zum alten Diplom, ein schwächerer Abschluß, bei dem die Studenten noch dazu in kürzester Zeit durch das Studium gejagt werden.

Studenten zogen friedlich ab

Wie aufgefordert verließen die meisten Studenten friedlich die Hörsäle nach der Veranstaltung, so dass die anwesende Polizei nicht eingreifen musste. Ein Indiz, dass die Studenten ein Anliegen vertreten, welches ihnen am Herzen liegt, welches sie vernünftig diskutieren wollen. Mit Ideologie, wie den angehenden Akademikern von verschiedenen Seiten vorgeworfen wurde, haben diese Besetzungen nichts zu tun.

Für die nächste Woche haben die Studenten bereits weitere Protestaktionen angekündigt. So wird am 17. November ein bundesweiter Protesttag stattfinden.

-sos-

 

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