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Einwohner: 120600
Fläche: 66,4 m2
Postleitzahl: 45601 - 45665
Vorwahl: 02361
Kennzeichen: RE
Wetter: Donnerstag 24.05.2012 |
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Recklinghausen im Nordwesten des Reviers hat spätkarolingische Wurzeln. Erstmals 1097 findet eine Siedlung auf heutigem Recklinghausener Territorium Erwähnung. Zunächst gab es nur eine Hofanlage, einen befestigten Burghof, eine Marktsiedlung und ein Kirchspiel, welches allerdings hohe Bedeutung hatte im Zuge der Christianisierung des Emscher-Lippe-Gebietes. Münzen aus der Zeit lassen bereits die Bezeichnung „Rekelinghusen" bzw. "Rikelinchusen“ erkennen.
Handelszentrum und Gerichtsstadt
Im Mittelalter avancierte man zu einem Zentralort der Hochgerichtsbarkeit und zu einem blühenden Handelszentrum, da in Recklinghausen für die damalige Zeit wichtige Handelsstraßen zusammenliefen. Schon recht früh erhielt man deshalb im 13. Jahrhundert das Siegel- und Münzprägerecht, welche damals gemeinhin als Zeichen der Stadtwerdung galten. Ebenso etablierte sich seit Mitte des 13. Jahrhunderts eine Bürgermeister- und Ratsleuteverfassung mit eigener kommunaler Gerichtsbarkeit. Trotz dieser vollen Stadtrechte gehörte Recklinghausen politisch und rechtlich zum Erzstift Köln, was sich auch bis 1802 nicht ändern sollte. Dann wird man zwar Residenzstadt, aber es folgt ein weiteres Jahrhundert in verschiedenen Abhängig- und Zugehörigkeiten.
Wirtschaftlich ist Recklinghausen zu dieser Zeit von kleinen Unternehmen im Manufakturwesen, wie Webereien, Spinnereien, Mühlenbetrieben, Brauereien oder Ziegeleien, sowie der Landwirtschaft geprägt. Erst 1901, als man bereits 30.000 Einwohner verzeichnete, erfolgte der Übergang in einen selbstständigen Stadtkreis inklusive eines eigenen Oberbürgermeisters. Ebenso war die Entwicklung hin zur Montanregion zu der Zeit längst in vollem Gange.
1949 wuchs Recklinghausen über die Grenze von 100.000 Einwohnern hinaus. Bis in die 1960er- Jahre sind nahezu 40% aller Erwerbstätigen im Steinkohlebergbau beschäftigt, doch mit der Stilllegung der Zechen begann die Stadt in den 1980er Jahren sich ein neues Gesicht zu schaffen.
Mit den Ruhrfestspielen ruhen die Augen des Reviers auf Recklinghausen
Recklinghausen ist als Austragungsort der Ruhrfestspiele, ein internationales Festival der Theaterszene, weithin bekannt. Außerdem befindet sich in Recklinghausen das im Jahre 1956 eröffnete Ikonen-Museum mit über 1000 Ikonen. Es ist das bedeutendste Museum ostkirchlicher Kunst außerhalb der orthodoxen Länder. Bekannte Köpfe der Stadt sind zum Beispiel der Fußballkommentator Werner Hansch, der Comedian Hape Kerkeling und der Hollywood-Schauspieler Ralf Möller.