Die nordrhein-westfälische Kommunalwahl ist für viele Spitzenpolitiker richtungsweisend für die Bundestagswahl am 27. September. Nimmt man die Wahlergebnisse im Ruhrgebiet etwas genauer unter die Lupe, so dürfte der eine oder andere SPD-Vertreter mit gestärktem Selbstbewusstsein in den Bundestagswahlkampf 2009 ziehen.
Die Sozialdemokraten verteidigen ihre Vormachtstellung im Ruhrgebiet und stellen acht von elf Oberbürgermeistern. In Essen konnte die SPD das Oberbürgermeisteramt sogar zurückerobern. Die Sozialdemokraten gewannen die OB-, Landrats- oder Bürgermeisterwahlen in den Städten Bochum, Bottrop, Castrop-Rauxel, Dinslaken, Dortmund, Essen, Herne, Mülheim, Oberhausen, Wesel, Moers sowie im Ennepe-Ruhr-Kreis. In Gelsenkirchen holte sich die SPD mit 50,4 % sogar die absolute Mehrheit; in Wahlzeiten wie diesen wohl eher ein Ausnahmefall. Die CDU konnte sich bei den OB-Wahlen vor allem an den Rändern der Ruhrgebiets durchsetzen. In Duisburg, Hagen und Hamm ging der begehrte OB-Sessel an die Christdemokraten.
Die Zeiten der großen Volksparteien mit Mehrheitsgarantie scheinen jedoch allmählich der Vergangenheit anzugehören. Insgesamt haben beide Volksparteien Einbußen zu verzeichnen – die CDU sogar über vier Prozentpunkte. Gewinner sind vor allem die kleinen Parteien. Die Grünen als drittstärkste kommunale Kraft, die Liberalen und die Linke.
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