Startseite/ Zweiter Kandidat für das Amt des CDU Landesvorsitzenden sorgt für Aufruhr im CDU Lager
Merkliste (0)Was ist da bloß los? Kaum steht ein zweiter potenziellen Kandidat für die Neuwahlen zum CDU-Landesvorsitz im Gespräch, schon gibt es Lagerbildung, öffentliche Diskurse und Gerüchte wer sich Freund und wer Feind ist. Dabei stehen sich Norbert Röttgen und Armin Laschet noch nicht einmal ideologisch im Wege und von einem politischen Richtungsstreit, kann schon gar nicht die Rede sein. Offenbar ist es für die CDU schon ein besonderes Ereignis, für eine demokratische Entscheidung tatsächlich wählen zu müssen.
Der momentane Bundesumweltminister Norbert Röttgen ist noch nicht einmal aus seinem Urlaub zurück, und doch wird zu Hause in NRW über seine politische Zukunft debattiert. Seit Röttgen als potenzieller zweiter Kandidat für die Neuwahlen des bis jetzt von Jürgen Rüttgers bekleideten Amtes eines CDU Landesvorsitzenden vorgeschlagen wurde, wähnen sich die Fürsprecher, des bis jetzt einzigen zur Wahl bereiterklärten Kandidaten, Armin Laschet, nicht mehr sicher. So scheint es zumindest, wenn man die Reaktionen von unter anderem Landesgeneralsekretär Andreas Krautscheid, CDU Fraktionschef im Düsseldorfer Landtag Karl-Josef Laumann und dem Vorsitzenden der CDU Landesgruppe im Bundestag Peter Hintze betrachtet. Besonders diese drei lassen es sich derzeit nicht nehmen, wo sie nur können, ihre Sympathie für Armin Laschet zu bekunden.
Armin Laschet ist bis jetzt der einzige offizielle Bewerber für das Amt des CDU Landesvorsitzenden, nachdem Jürgen Rüttgers bereits bekanntgab, sich keiner Neuwahl zu stellen. Zwar wird Laschet von Einigen harsch für seine, eher dem linken Flügel seiner Partei zugewandten Politik kritisiert und auch gern als „Grünen-Freund“ bezeichnet, doch spricht prinzipiell nichts gegen eine Amtsübernahme. Seine Ziele sind zukunftsorientiert und streben sehr darauf hin, eine Alternativpolitik zur derzeitigen Minderheitsregierung von Rot-Grün zu bilden.
Wie es für demokratische Abstimmungen üblich und auch eigentlich wünschenswert ist, könnte der einzige Grund für das Scheitern eines Amtsantritts Armin Laschets jedoch die von führenden Unionspolitikern geforderte, zweite Kandidatur des derzeitigen Bundesumweltministers Norbert Röttgen sein. Vorsitzender der Senioren-Union, Otto Wulff, sagte gegenüber den Medien: „Man kann so ein Talent wie Röttgen nicht einfach laufen lassen und sagen: Du kannst nichts mehr machen.“
Röttgen selbst hat sich allerdings noch nicht geäußert, ob er diese Kandidatur überhaupt antreten möchte. In informierten Kreisen vermutet man, dass dieser bis Ende August - denn bis dahin läuft die vom Landesvorstand gesetzte Frist - erst einmal das Feld sondieren wird, bevor er eine Entscheidung fällt. Abzusehen, wer denn die Wahl für sich bestreiten könnte, ist derzeit nicht, denn obwohl die Funktionäre in der CDU sich größtenteils für Armin Laschet aussprechen, liegt die Entscheidung am Ende bei den 16.000 Mitgliedern der CDU Basis.
Vermutungen zu Folge, könnte genau dort Röttgens Vorteil liegen, da er durch seine Redegewandtheit, seine konzeptionelle Kraft und seine bundespolitischen Bekanntheit, eben diese Basis für sich zu erobern in der Lage wäre. Bundestagsabgeordneter der CDU Patrick Sensburg äußerte sich dazu mit den Worten: „Der Beste soll Landesvorsitzender werden“ – welch weise Erkenntnis.
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