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Fußball-Bundesliga: BVB weiter im Höhenflug – Schalke und Bochum zurück in der Krise. MSV siegt im Ruhrderby

Rückblick auf den 7. Bundesliga-Spieltag und Analyse aus Ruhrgebiets-Sicht

 
Ruhrgebiet , Mo. 04.10.2010, Autor: voßnacke
 

So nah – und doch so unterschiedlich die Stimmungslage: Während über Dortmund eitel Sonnenschein herrscht und dank Langzeit-Hoch selbst die Bayern am Ende mit Leichtigkeit aus dem Weg geräumt wurden, verblühte das zarte Pflänzchen Hoffnung auf Schalke und auch in Bochum schon im Ansatz: Willkommen zurück im Tief, heißt es hier nach dem 7. Spieltag der Fußball-Bundesliga.

Dortmund wie im Rausch

Wer hätte das gedacht? Borussia Dortmund steckte den Dämpfer unter der Woche – die 0:1-Pleite gegen Sevilla in der Europa-League – mit einer Leichtigkeit weg, die beeindruckt. Die „jungen Wilden“ in Schwarz-Gelb boten den Bayern nicht nur Paroli, sondern steckten sie am Ende locker in die Tasche. Und das, obwohl es zu Anfang gar nicht danach aussah: Beide Teams starteten mit offenem Visier in das Top-Spiel – aber vor allem die Bayern legten in Halbzeit Eins los wie die Feuerwehr.

Nur beim Abschluss haperte es, allein Bayern-Stürmer Mario Gomez vergab drei Hochkaräter – zum Glück des BVB! Der kämpfte sich mit fortdauernder Spielzeit in die Partie, packte seinen Power-Fußball der letzten Wochen aus – und wurde schon früh in der 2. Halbzeit belohnt: Lucas Barrios – wer sonst! - netzt in der 52. Minute ein und Nuri Sahin erhöhte nur 10 Minuten später. Bayern taumelte und erholte sich nicht mehr von dem Schock.

Damit steht Borussia schon 10 Punkte vor dem Rekordmeister, steht weiterhin an Platz 2 der Tabelle nur getoppt von der „Mannschaft der Stunde“ Mainz 05 – wo soll das noch enden? Die Dortmund-Fans geraten langsam aber sicher ins Träumen, doch – auch dank Coach Jürgen Klopp – scheint derzeit niemand in Gefahr der blinden Euphorie zu verfallen.

Tabellenvorletzter: Schalke mit Wucht zurück in die Krise

Wer bei Schalke 04 nach den hoffnungsvollen Auftritten zuletzt schon die Trendwende erkannt haben wollte, sah sich nach dem 1:2 gegen den FC Nürnberg bitter getäuscht. Königsblau spielte antriebslos, ohne Elan und Esprit in der Offensive und mit den mittlerweile schon standardmäßigen Patzern in der Abwehr. Einzig Klaas-Jan-Huntelaar zeigte sich einmal mehr als Hoffnungsschimmer: mit seinem – mittlerweile schon 5. Treffer – für S04 zum zwischenzeitlichen Ausgleich.

Der Rest des Teams präsentierte sich erneut als Totalausfall. Und ein ebensolcher sorgte auch noch zu allem Überfluss für eine Gelb-Rote Karte gegen Jermaine Jones. Nichts gelingt dieser Tage – und das Beunruhigende ist, das selbst Trainer Felix Magath nicht recht zu wissen scheint, wie man aus dem Schlamassel – und Tabellenkeller! – heraus kommen könnte.

Die neuformierte Mannschaft braucht Zeit. Zeit, die sie einfach nicht mehr hat. Ohnehin scheint der Zug nach oben für lange Zeit erst einmal abgefahren. Sich damit zu arrangieren und auf die neue Situation einzustellen, ist eine der Herausforderungen, die es auf Schalke nun zu bewältigen gilt.

0:2-Heimpleite: Bochum steckt erst einmal im Mittelmaß fest

Ähnlich verquer ist die Situation derzeit einige Kilometer weiter: in Bochum. Auch hier schien man sich schon wieder gefangen zu haben. Aber auch hier kann man sich wohl erst einmal von den eigenen Ambitionen – der erklärten Mission Wiederaufstieg – verabschieden und muss sich mit dem grauen Mittelmaß der 2. Bundesliga arrangieren.

Zu wankelmütig tritt der VfL diese Saison auf: So auch wieder gegen Greuther Fürth, gegen die man die zweite Heimspiel-Pleite der Spielzeit kassierte. In der eigenen Offensive geht einfach wenig bis gar nichts, wenn der Bochumer Hoffnungsträger Chong Tese abgemeldet ist – und dies ist fraglos fatal, wenn man selbst das Spiel machen will und muss. 0:2 hieß es somit am Ende. Trübe Aussichten an der Castroper Straße. Heute ist Jahreshauptversammlung im RuhrCongress, bei dem es angesichts der heiklen Lage wohl heiß her gehen wird.

MSV-RWO: Ruhrderby mit klarem Sieger nach umkämpftem Match

Schon am Freitagabend stieg das Ruhrderby zwischen MSV Duisburg und Rot-Weiß Oberhausen, das die Zebras überraschend klar mit 3:0 für sich entscheiden konnten. In einem spannenden Match kämpften beide Teams mit offenem Visier: RWO schien zunächst gefährlicher, nutzte aber seine Chancen nicht – im Gegensatz zum MSV, der seine wenigen Gelegenheiten in Tornähe konsequent ummünzte. Duisburg und Oberhausen bleiben letzten Endes damit beide in Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen mit einem bzw. drei Punkten Rückstand auf die führenden Teams.
 

-tv-

 

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