Ein Profil für den neuen Trainer aufzustellen, wird nicht leicht. Weder neue Gesichter, wie Olaf Janßen und Heiko Bonan, noch alte Haudegen, wie Lorenz-Günther Köstner und Ernst Middendorp, brachten den lang ersehnten Erfolg in den Essener Norden zurück. Selbst ein Ex-Nationalspieler und Europameister scheiterte letztendlich an dem großen Graben zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Wie letzte Saison sind die Essener in fast jeder Partie Favorit, zumindest in Papierform, um dann den Aufstiegsrängen aus der Ferne nach zu träumen.
Wer aber übernimmt den heißen Job bei RWE? Auf dem Markt sind mit dem geschassten Ex-Aachener Seeberger und dem Mainzer Aufstiegshelden Jörn Andersen zwar interessante Leute, dürften aber finanziell für den Viertligisten nicht zu stemmen sein. Eventuell soll ein alter Bekannter den durchaus gut bestückten Kader wieder in die Spur bringen. Der Name Arie van Lent geistert um das Georg-Melches-Stadion. Der ehemalige Rot-Weiss-Stürmer macht gerade seinen Trainerschein. Weitere Kandidaten sind der Ex-Ahlener Christian Wück und Pavel Dotchev. Wück stieg mit Ahlen in die Zweite Liga auf, wurde aufgrund sportlicher Misserfolge in der Folgesaison entlassen. Dotchev verfügt über wesentlich mehr Erfahrung und gilt als Disziplin-Fanatiker, was dem Kader sicher nicht schadet. Allerdings ist fraglich, ob er in die vierte Liga geht.
Vielleicht sorgt aber Interims-Coach Uwe Erkenbrecher mit einer guten Leistung Freitag in Worms für Klarheit. Erkenbrecher, der den amtierenden Deutschen Meister Wolfsburg einst in die Zweite Liga führte, verfügt über viel Erfahrung. Wer auch den Job übernimmt muss schnell Erfolg haben. Ein weiteres Jahr vierte Liga, oder Schlimmeres, ist für den finanziell angeschlagenen Verein eine Katsatrophe.
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