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Sarrazins Besuch im Lehmbruckmuseum Duisburg kann Konsequenzen für Museumsdirektor Stecker haben

Sarrazins Duisburg-Besuch Kündigungsgrund für Museumsdirektor Stecker?

 
Duisburg , Fr. 10.12.2010, Autor: Ernst
 

Sarrazins Besuch im Duisburger Lehmbruckmuseum zieht harsche Kritik am Museumsdirektor Stecker nach sich. Ein offener Brief an das Stiftungskuratorium fordert die sofortige Entlassung des Initiators der Veranstaltung am 29. November. Der Autor des Bestsellers „Deutschland schafft sich ab“ und seine Gäste sorgten allerdings statt einer demokratischen Auseinandersetzung eher für Stammtisch-Feeling mit undifferenzierten haltlosen Thesen.

 

Zehn Tage ist es her, als der zurzeit meist diskutierte Autor Deutschlands, Thilo Sarrazin, platz auf der roten Couch des Künstlers Horst Wackenbarth im Duisburger Lehmbruck-Museum nehmen durfte. Auf Einladung des Museumsdirektors Raimund Stecker hin, fand die Veranstaltung mit dem Ziel statt, eine Gegenüberstellung von Sarrazins waghalsigen Thesen und Wackenbarths künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Thema Migration und Integration zu provozieren.

Zweifelhafte Aussagen und Beleidigungen von Sarrazin und seinen Fans

Das in Duisburg sowieso schon höchst brisante Thema kam allerdings statt den Sarrazin-Kritikern, seinen treuen Fans, zumeist aus der lokalen Politiker-High-Society sehr gelegen. Daher geriet das Happening schnell aus den Fugen und zeigte sich als Spielwiese für zweifelhafte Aussagen und Beleidigungen in Richtung derer, die soziale und kulturelle Probleme nicht mit Biologie lösen wollten.

Dieser „Faux-Pas“ soll nun dem Museumsdirektor, welcher weitaus andere Pläne mit dieser Veranstaltung im Auge hatte, zum Verhängnis werden. In einem offenen Brief an das Stiftungskuratorium wird Selbiges zur sofortigen Entlassung Herrn Steckers von seinem Amt als Museumsdirektor aufgefordert. Unterzeichnet wurde dieser von den Geschäftsführern des Anti-Rassismus Informations-Zentrums Uli Kloeters und Hartmut Reiners.

Kritik an Stecker unbegründet?

Die Kritik, welche die Briefeschreiber an Stecker haben, die obendrein eine sofortige Entlassung rechtfertigen könnte, wird in dem Schreiben nicht ganz klar. Stecker habe einen „geistigen Brandstifter“ eingeladen, „der dem modernen und aufgeklärten Menschenbild einen plumpen biologistischen Rassismus entgegensetzt“. Seine Thesen lohnten die Auseinandersetzung nicht. „Er verschleiert den Blick auf die Komplexität der Gesellschaft, indem er mit Parolen Sündenböcke konstruiert und es an der differenzierten Auseinandersetzung missen lässt“, heißt es nach Angaben von derWesten in dem Offenen Brief.

Kuratoriumsmitglied Dr. Thomas Ludwig findet die Rücktrittsforderung „völlig überzogen“. Stecker wollte in keinster Weise einem Thilo Sarrazin eine Bühne geben, um ihn in seinen Thesen zu unterstützen. Im Gegenteil war es viel eher seine Absicht, durch die Gegenüberstellung einen demokratischen Diskurs zu forcieren. Dass dieser in Duisburg fehlschlägt, obwohl mehr politische Akteure als Privatpersonen anwesend waren, konnte der Museumsdirektor kaum vorausahnen.
 

-de-

 

 

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