Die SG Wattenscheid 09 sprengte die Phalanx der großen Revierclubs und sorgte einige Zeit für Furore.
Anders als seine Vorgänger, die kleinen Zechenclubs, hatte die SG aber nicht ihre Hochphase in den 1940ern und 1950ern. Wattenscheid mischte die Liga zu Beginn der 90er auf.
Glorreiche Erinnerungen: Die Siege gegen Bayern
Es war der 2. April 1993, der den großen Bayern wie ein verspäteter Aprilscherz vorkommen musste. In der 79. Minute traf Marek Lesniak zur endgültigen Entscheidung – 2:0. Die Bayern waren besiegt. Nicht das erste Mal. Bereits zwei Jahre zuvor gewannen die Wattenscheider gegen den Rekordmeister. Aber dieser Sieg war etwas Besonderes: Die kleine SG Wattenscheid 09 bleibt in der Saison 1992/ 93 gegen die Millionentruppe um Weltstar Lothar Matthäus ungeschlagen.
Wattenscheids Rivalität zu Bochum
Die Fußballer aus dem Bochumer Stadtteil Wattenscheid trugen ein schweres Schicksal, standen sie doch stets im Schatten des ungeliebten Nachbarn VfL Bochum. Dieser spielte zwar gewöhnlich am Rand des Abstiegs zur Zweiten Liga, doch die „Unabsteigbaren“ wollte einfach nicht runter. So wollte den Erfolg der SGW, die seit 1974 der zweithöchsten Spielklasse angehörte, in der Stadt niemand so richtig würdigen. Das sollte sich ändern.
Wattenscheid erlangt Kultstatus
In der Saison 1990/ 91 stiegen die Wattenscheider in die Beletage des deutschen Fußballs auf und sorgten direkt im ersten Jahr für Furore. Mit Sensationssiegen, wie dem 3:2 über Bayern München, einem 2:0 gleich am ersten Spieltag gegen Werder Bremen und der Pokal-Achtelfinal-Sensation beim Hamburger SV, erreichten die 09er Ansehen und den elften Rang. Und standen damit drei Plätze über dem VfL Bochum. Nach vier Jahren war das Abenteuer Bundesliga leider schon wieder vorbei. Nach zwei Jahren Zweiter Liga stieg man gar in die Regionalliga ab. Dem Wiederaufstieg folgte in den Jahren der Absturz bis in die Verbandsliga. Heute sind die Wattenscheider wenigstens wieder NRW-Ligist.
Die Steilmann-Ära...
Die erfolgreiche Ära der Neunziger Jahre trägt in der Lohrheide einen Namen: Klaus Steilmann. Der Textilmogul war Mäzen und erster Fan der Schwarz-Weißen. Im vergangenen Jahr verstarb Klaus Steilmann. Auch wenn die SG Wattenscheid 09 keine großen Titel auf dem Briefkopf verzeichnet, ist der Name des Vereins im deutschen Fußball fest verankert. Dafür muss man nur einen Blick in die Ahnen-Reihe des Vereins werfen: Marcel Witeczek, Thorsten Fink, Yildiray Bastürk, Hamit und Halil Altintop, Maurice Banach, Michael Skibbe, Hannes Bongartz, Jupp Koitka und Weltmeister Günther Hermann reihen sich hier ein. Und über allen stehen in Wattenscheid die Bayern-Killer: Souleyman Sané und Marek Lesniak.
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