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Vom kleinen Sportverein im ebenso kleinen Gelsenkirchener Stadteil Schalke zur europaweit bekannten Fußball-Marke...
...vom ebenso wechselhaften wie skandal- und krisenumwitterten Bundesligaclub zum schillernden Spitzenteam des deutschen Fußballs: Das ist Schalke 04, in dem viele Anhänger nicht nur einen Fußballverein, sondern ein königsblaues Lebensgefühl, ja gar eine Religion erblicken.
Von 1904 zum berüchtigten "Schalker Kreisel"
Die Wurzeln dieses Mythos liegen im Jahr 1904 als aus dem Bergbaumilieu der Zeche Consolidation „auf Schalke“ der Fußball-Club „Westfalia Schalke“ erwächst, den eine Berarbeiterclique gründet. Aus dieser Zeit rührt auch der bis heute gültige Spitzname „Die Knappen“, da ein ausgelernter Bergmann eben ein „Knappe“ war. Emscherkreismeister, Ruhrgaumeister, Westdeutscher Kreisligameister – schon früh räumen die Schalker ab. Das schnelle, kurze Flachpass-Spiel – damals noch völlig revolutionär – irritiert die Gegner und avanciert zum Erfolgsrezept in den Schalker Anfängen. Perfektioniert wird das Ganze – der berühmt-berüchtigte Schalker Kreisel – in den 1930er-Jahren als S04 mit den legendären Idolen Fritz Szepan und Ernst Kuzorra eine Deutsche Meisterschaft nach der anderen abräumt. Ort des Geschehens ist da noch die gefürchtete Glückauf-Kampfbahn.
Letzte deutsche Meisterschaft 1958
Nach dem Krieg jedoch zerfällt die Meistermannschaft des FC Schalke 04. Nur noch einmal kann man den Titel erringen: 1958. Danach beginnen – trotz immer neuer legendärer Stars in den 1960er und -70er Jahren, wie „Stan“ Libuda oder Klaus Fischer – triste Jahre „auf Schalke“.
Bundesliga-Skandal von 1971 und dunkle Eichberg-Jahre
Die Verwicklung in den Bundesliga-Skandal von 1971 um verschobene Spiele trifft die Knappen voll. Zwei weitere Jahre später, 1973 stößt Schalke mit dem neuen Parkstadion in neue Dimensionen vor, die sich allerdings sportlich nicht erfolgreicher gestalten. Im Gegenteil: In den 1980er-Jahren stieg man gleich zweimal in die 2. Bundesliga ab – geplagt von stetigen Finanznöten und Lizensorgen. Rettung versprach zunächst der millionenschwere neue Präsident Günter Eichberg, der sich fortan jedoch als „Sonnenkönig“ entpuppte, der nach Gutsherrenart den Verein noch weiter zu Grunde richtete. Die Zeit der Skandale, in der jede Schalke-Mitgliederversammlung zu eskalieren drohte. Eichberg hinterlässt nur eines: einen Schuldenberg!
Die goldenen 1990er-Jahre
Erst als ein gewisser Rudi Assauer neuer starker Mann auf Schalke wird, sprießt das Pflänzchen Hoffnung, dass endlich wieder Normalität auf Schalke herrsche. Und tatsächlich: Schalke berappelt sich Mitte der 1990er-Jahre wieder – und holt 1997 wue aus heiterm Himmel den UEFA-Cup. Die Legende der „Eurofighter“ war geboren, seit Schalke mit Kampf, Teamgeist und arbeitsamen Tugenden Europa aufmischt. Auch in der Bundesliga gibt es Auftrieb. Mit Beginn des 21. Jahrhunderts meldet sich Königsblau regelmäßig in der Ligaspitze zurück.
"Meister der Herzen"
2001 feierte man sich sogar ganze 4-Minuten als Deutscher Meister, ehe ein von Bayern München in der Nachspielzeit erzieltes Tor gegen Hamburg den nun schon über 50 Jahre währenden Traum der Meisterschale platzen ließ. „Meister der Herzen“ war Schalke von an aber quer durch die Republik. Zudem holte Schalke 2001 und 2002 den DFB-Pokal. Die neu errichtetete und hypermoderne Schalke-Arena ist ganzer Stolz und eines der modernsten Stadien der Welt – ein Fußballtempel für die fanatischen Anhänger der Knappen. Heute ist Schalke 04 mit fast 85.000 Mitgliedern der zweitgrößte Sportverein Deutschlands und noch einer der erfolgreichsten dazu. Glück auf, Schalke, auf dem Weg zur ersehnten ersten deutschen Meisterschaft!
Ernst-Kuzorra-Weg 1
45891 Gelsenkirchen
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