Mit alljährlich rund 9000 Startern in 30 Sportarten gilt die Ruhrolympiade als größtes regionales Jugendsportevent Europas – und als lebendiger Ausdruck der Sportbegeisterung des Ruhrgebiets. Nun sieht alles danach aus, dass der Wettbewerb der Nachwuchssportler 2011 ins Wasser fällt, da sich kein Ausrichter findet und die Finanzierung auf wackeligen Beinen steht. Auszeit oder das Aus für die Tradition der Ruhrolympiade, die ein wenig in die Jahre gekommen ist?
Man schrieb das Jahr 1964, als in der Ruhrlandhalle zu Bochum für die Sportjugenden des Reviers der Startschuss eines ganz besonderen Kräftemessens fiel: Die Ruhrolympiade war geboren und eine Erfolgsgeschichte nahm ihren Lauf.
Inzwischen nehmen 13 Städte und vier Kreise aus der Rhein-Ruhr-Region mit ihren Sportjugenden am Wettbewerb teil: Von Essen, Bochum, Dortmund, Oberhausen, Mülheim, Hagen und Herne bis zum Ennepe-Ruhr-Kreis. Alljährlich wechselt der Austragungsort im Ruhrgebiet, die jeweilige Sportjugend organisiert die Ruhrolympiade samt Wettkämpfen und Rahmenprogramm.
2011 lassen sich die strukturellen Probleme der Ruhrolympiade nicht mehr leugnen
Nur – für 2011 fand sich anscheinend einfach kein Ausrichter unter den Revierstädten. In Zeiten knapper Kassen lässt sich das nur allzu gut verstehen. Die Mitgliederversammlung des Trägervereins „Ruhrolympiade e. V.“ beschloss deshalb schweren Herzens das Aussetzen der Ruhrolympiade für dieses Jahr.
Allein: Überraschend kommt die Absage nicht, sind die Probleme der Ruhrolympiade doch hausgemacht und von allen Seiten längst abzusehen. Getreu des olympischen Mottos „höher, schneller, weiter“ blähte sich das Sportevent immer mehr auf: mehr Disziplinen, mehr Wettkämpfe, mehr Aktive – das kann eine Stadt, eine Sportjugend logistisch und finanziell kaum mehr im Alleingang stemmen. Dabei sein ist eben nicht alles!
Zumal die Ruhrolympiade an einer chronischen Geld-Unterdeckung leidet: Der Regionalverband Ruhr, der Verein ,Pro Ruhrgebiet’ sowie der Landessportbund NRW sind die einzigen Förderer.
Zeit für eine Neuausrichtung der Ruhrolympiade in 2012
Die nun anberaumte Auszeit für 2011 soll aber keineswegs das Aus für die Ruhrolympiade darstellen. Neue Strukturen, ein neues Konzept, ein neue Finanzierungsbasis: Nur so kann die ganze Organisation bis 2012 auf festeren Füßen stehen.
Der schon dieses Jahr angdachte Ansatz einer dezentralen Organisation und Wettkämpfen an verschiedenen Orten des Ruhrgebiets könnte dabei ein erster Ansatz sein. Die Sportjugenden aus dem Ruhrgebiet wollen Nägel mit Köpfen machen – und sich bereits am 8. Januar 2011 zu einer Klausurtagung zusammenfinden.
-tv-
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